Miley Cyrus crdit Elvina Beck

Miley Cyrus – allein zu Haus?

Vom Teenie-Idol bis zur erwachsenen Künstlerin

In den zehn Jahren ihrer Karriere hat Miley Cyrus einen bemerkenswerten Weg vom Teenie-Idol bis zur (fast) erwachsenen Musikerin zurückgelegt. 2006 strahlte der Disney Channel die erste Folge der Serie „Hannah Montana“ aus – der Durchbruch für die damals noch 13-Jährige.

Die Figur Hannah Montana lebte ein Doppelleben als einfache Schülerin und Sängerin. Die Geschichte wechselte zwischen der Welt des Popstars und der heilen Landwelt inklusive Pferden und natürlich auch Liebesgeschichten. Das bot die ideale Projektionsfläche für Teenie-Träume und machte Miley Cyrus in kurzer Zeit zum Idol pubertierender Mädchen. Es folgten natürlich Film, Alben und Tour. Mit dem biederen Image von Hannah Montana wurde auch in der glamourösen Welt des Popstars nur selten gebrochen. Herumalbern war erlaubt, es durfte aber nicht zu wild werden. Zunehmend schien sich Cyrus diesem vorgegebenen Image nicht mehr anpassen zu wollen. Nach nicht ganz fünf Jahren und vier Staffeln war Schluss mit Hannah Montana.

Disneys Kinderstars

Da offenbaren sich Parallelen zu anderen Disney-Channel-Produktionen wie dem „Mickey Mouse Club“, der etliche Stars hervorbrachte. Beinahe alle brachen früher oder später aus der spießigen Welt aus und emanzipierten sich mehr oder weniger erfolgreich. Sei es Justin Timberlake, der sich immerhin als interessanter Musiker, Schauspieler und Myspace-Chef neu orientieren konnte, oder Britney Spears, deren Karriere sich nie so richtig von ihrem Absturz erholen konnte. Auch Miley Cyrus landete immer öfter mit irgendwelchen Skandälchen in der Klatschpresse und tat offenbar alles, um wild und verrucht zu erscheinen – oder einfach zu schockieren. Das gipfelte im Album „Bangerz“ von 2013, dessen Single-Auskopplung „Wrecking Ball“ wohl nicht zuletzt deshalb so viel Erfolg gehabt haben dürfte, weil Cyrus in dem Video nackt auf einer Abrisskugel hin und her schwang.

Absturz, oder was?

Einiges schien auf einen Britney-Spears-ähnlichen Karriere Verlauf hinzudeuten. Aber es sollte anders kommen. Wie auch immer diese Verbindung zustande kam, aber im Sommer 2014 wurde bekannt, dass Miley Cyrus mit den alten, durchgedrehten Herren der psychedelischen Flaming Lips zusammenarbeitete – jene Band, die für ihre schrägen Songs und Ideen bekannt ist. Diesmal versuchten sie sich gerade an einer Neuaufnahme des legendäre „Sgt.-Pepper’s“-Albums der Beatles – und das unter anderem eben mit Miley Cyrus. Beide traten schließlich zusammen auf. Beinahe legendär wurde die Performance des Songs „A Day In The Life“: Im ersten Teil des Stückes ist Sänger Wayne Coyne in einem riesigen Glitzerkostüm eingewickelt, aus dem sich im zweiten Teil Cyrus herauspellt. Es sei mal dahingestellt, wer hier wen auf komische Ideen gebracht hat.

Musikalisch wird’s spannend

Auch auf dem aktuellen Album von Miley Cyrus, „Miley Cyrus And The Dead Petz“, kann man den Einfluss der Flaming Lips beim besten Willen nicht leugnen. Gerade „Karen Don’t Be Sad“ könnte genauso aus Coynes Feder stammen. Spannend wird es aber dann, wenn sich ihr alter Stil mit dem der alten Herren vermischt. Das überträgt die teils grenzüberschreitenden Ideen der Flaming Lips in ein junges Jetzt und lässt umgekehrt Cyrus erstaunlich reif klingen. Eine Symbiose, von der beide Seiten ganz offensichtlich profitieren. Sollte Miley Cyrus hier wirklich ihren Weg gefunden haben, wird sie sicher noch einige interessante Platten veröffentlichen. Bis dahin tourt sie erst einmal zusammen mit den Flaming Lips und kündigt an, ein Konzert mit ihnen nackt zu spielen – vor nacktem Publikum. Die Skandälchen müssen wohl sein. Aber das macht ja auch nichts. Bitte weitermachen!

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