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Megadeth: Zurück in den Thrash-Metal-Schoß!

Megadeth – So groß wie zu besten Zeiten

Schluss mit all den Experimenten! Für das 15. Megadeth-Album „Dystopia“ steuert Gitarrenheld Dave Mustaine einen altbekannten Hafen an und liefert virtuosen Thrash-Metal. Darin war seine Band immer schon am besten.

Schneller und extremer als seine alte Band sollte es sein. Nur eine Trotzreaktion? Mitnichten! Nachdem sich Dave Mustaine mit James Hetfield und Lars Ulrich in die Haare bekam und 1983 bei den jungen Metallica rausflog, wollte er nur eines: beweisen, dass er der bessere Musiker war. Auf dem Papier und an der Gitarre ist Mustaine das bis heute, darüber muss nicht gesprochen werden. Seiner neuen Band Megadeth war es dennoch nie vergönnt, an die Erfolge der alten Kollegen anzuknüpfen. Das zu erklären, ist aus heutiger Sicht müßig, gar unmöglich. Und eigentlich auch gar nicht nötig. Viel erstaunlicher ist doch die Tatsache, dass Mustaine nach seinem Rausschmiss bei der schon bald größten Heavy-Metal-Band der Welt kurzerhand eine neue Band gründete, die ebenfalls zu den bekanntesten, wichtigsten und erfolgreichsten Truppen dieses Genres zählt.

Knackiger und virtuoser Metal

Schneller und extremer waren Megadeth in der Tat. Anfangs noch betont ruppig, zähnefletschend und wild entschlossen, den einstigen Kameraden den Krieg zu erklären, kristallisierte sich schon in den späten 80ern Mustaines Talent für griffige und dennoch anspruchsvolle, für knackig harte und dennoch virtuose Metal-Songs heraus. Ausnahmewerke wie „Peace Sells… But Who’s Buying“ (1986), „So Far, So Good… So What!“ (1988) oder natürlich „Rust In Peace“ mit seinen komplexen Rhythmen und ausufernden Soli etablierten Megadeth als Metallica-Verfolger Nummer Eins, als eine der erfolgreichsten Metal-Bands ihrer Zeit, die der Konkurrenz vor allem durch ihr instrumentales Können voraus waren.

Megadeth eine der „Big Four“

Im Zuge des Mega-Erfolges von „Countdown To Extinction“, dessen Track „Symphony Of Destruction“ bis heute der wohl bekannteste Megadeth-Song ist, trat Mustaine sogar wieder mit Metallica auf. Die emsig gehegte Antipathie mochte da noch längst nicht verfolgen sein; ein erster Schritt war aber immerhin getan. Natürlich schlossen schon die nicht gerade geringen Egos der beteiligten Herren Musiker eine vollkommene Versöhnung aus und natürlich ist Mustaine bis heute noch nicht ganz darüber hinweg, dass Metallica wahrscheinlich auf immer die größere Band bleiben werden. Nach diversen musikalischen Experimenten, Radio-Erfolgen und gar der temporären Bandauflösung 2002 ist Megadeths Ruf als eine der ganz großen Bands des Genres, als einer der „Big Four“ neben Metallica, Slayer und Anthrax nach wie vor unangetastet und vor allem unbestritten.

Rückgriff als frohe Kunde

Die Nachricht, dass sich ein 54-jähriger Mustaine für sein mittlerweile 15. Megadeth-Album „Dystopia“ wieder am guten alten Thrash-Arsenal bedienen würde, kam für Fans auf der ganzen Welt einer denkbar frohen Kunde gleich. Es sind nun mal die trocken abgefeuerten, dicken und dennoch anspruchsvollen Riffs, das punktgenaue Drumming und seine bissigen Vocals, die den Stil dieser Band gestählt und verewigt haben. Entstanden ist diese musikalische Wut übrigens auf einer langen Busfahrt direkt nach seinem Rauswurf bei Metallica zu „Kill ‚Em All“-Zeiten. Und auch wenn das Kriegsbeil begraben ist und natürlich auch begraben bleiben sollte: Es tut trotzdem gut, Mustaine wieder zu alter Größe auflaufen zu sehen.

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