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Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen: Die schönsten Lieder über Hamburg

Radikal-romantisch verlieren

Früher waren Superpunk dafür zuständig, die weit verbreitete Hamburg-Sehnsucht im deutschsprachigen Raum zu stillen. Die Liga Der Gewöhnlichen Gentlemen führen diese Tradition souverän fort.

Es ist immer wieder erstaunlich, welche Sehnsucht die Stadt Hamburg in den Menschen entfacht. Also nicht nur in den Hamburgern, sondern weit über die Stadtgrenzen hinaus im gesamten deutschsprachigen Raum. Teilweise sogar in Europa. Die alte Hafenstadt trifft ins Herz, vor allem musikalisch: Kaum eine Stadt hat so viele Bands und Barden hervorgebracht, und kaum eine Stadt wurde häufiger und leidenschaftlicher besungen – von Hans Albers bis zu den Beginnern, von Lindenberg bis Tocotronic.

Superpunk-Nachfolger

Für die besonders schönen Hymnen auf die Hansestadt waren früher Superpunk zuständig, heute ist es die Nachfolgeband: Carsten Friedrichs und Tim Jürgens haben ihre alte Truppe vor drei Jahren geschreddert, um mit ein paar anderen Mitstreitern Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen zu gründen und weiter Hamburger Musikgeschichte zu schreiben mit Songs wie zuletzt „Begrabt mich bei Planten un Blomen“.

Zwischen Humor und Melancholie

Nach dem Debüt „Jeder auf Erden ist wunderschön“ im Jahr 2012 und dem Nachfolger „Alle Ampeln auf gelb“ folgt nun der dritte Streich, der wieder elegant wie wenige andere Bands zwischen Humor und Melancholie changiert: „Rüttel mal am Käfig, die Affen sollen was machen“ überzeugt nicht nur mit dem Albumtitel. In zehn Dreiminütern wird hier, untermalt von Northern Soul und forderndem Indie-Rock, die ganze Welt verhandelt – große Power-Pop-Momente inklusive.

Künstlerbild Die Liga der gewoehnlichen Gentlemen credit Martin Morris

Die Liga der gewoehnlichen Gentlemen auf artistxite – Fotocredit Martin Morris

Für immer gerne Nische

So radikal-romantisch Carsten Friedrichs schreibt in Deutschland kein Zweiter über das Loser-Dasein. Mit den schnellen Autos und den harten Drinks und dem Stolpern in allen Lebenslagen erinnert das schon mal an den frühen Bruce Springsteen, wobei man nicht genau weiß, ob Friedrichs dieser Vergleich gefällt. Er ist jedenfalls positiv gemeint. Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen besingen Hamburger Helden (des Alltags), die sich selbst sicher eher als Diebe bezeichnen würden. Musikalisch umarmen sie so die ganze Welt, inhaltlich werden sie damit für immer Nische bleiben. Aber man kann sich ganz sicher sein, dass sie es auch gar nicht anders wollen.

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