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Villagers: Ein Zwischenruf von einem Album

Reduzierte Plädoyers für die Liebe

Schon wieder was Neues von den Villagers? Ja, so halb: „Where Have You Been All Of My Life“ versammelt Altes, Seltenes und Ungehörtes – und wirkt dabei doch kein bisschen zusammengewürfelt.

Nutzt unseren Player und hört in alle Villagers Alben auf artistxite rein!

Es ist gerade einmal ein dreiviertel Jahr her, dass Conor O’Brien unter seinem Pseudonym Villagers das Album „Darling Arithmetic“ veröffentlicht hat. Ein Album, nach dem gut und gerne auch nichts mehr hätte kommen können, nach dem zumindest eine längere Auszeit völlig verständlich gewesen wäre.

Vertontes Coming Out

Denn „Darling Arithmetic“ war mit seinen persönlichen Songs über das Leben eines schwulen Künstlers ein Meilenstein für O’Brien, eine Art vertontes Coming Out, in dem der Singer-Songwriter gegen Homophobie und Doppelmoral ansingt – ohne allzu spezifisch zu werden: „Ich wollte etwas Universelles über Beziehungen und die Liebe schaffen, deswegen sind diese Dinge nur angedeutet“, so O’Brien über das Album.

„Nur zwischendurch sollte anklingen, dass meine Liebe immer auch verboten und ein Problem war.“
Was sein Songwriting angeht, setzt der Ire nach eher komplexen und überfrachteten Arrangements seiner Frühphase inzwischen lieber auf Reduktion. Zum Vorbild nimmt er sich dabei nach eigener Aussage zum Beispiel den Filmklassiker „Fahrraddiebe“ von Vittorio de Sica aus dem Jahr 1948, mit der einleuchtenden Begründung: „In dem Film wird einem sein Fahrrad geklaut. Das ist der Plot, passt in einen Satz, aber am Ende hab ich geheult! Da dachte ich: Okay, vielleicht genügt für einen Song auch mal nur eine Idee, statt gleich 20 unterbringen zu wollen.“

Künstlerbild Villagers credit Niall Cullinane Hires

Villagers auf artistxite – Fotocredit Niall Cullinane Hires

Neue Versionen, Raritäten und B-Seiten

So ist „Darling Arithmetic“ entstanden, so ist O’Brien jetzt auch an den scheinbar hastig hinterhergeschobenen Nachfolger gegangen – der aber gar kein regulärer Nachfolger ist: Auf „Where Have You Been All Of My Life“ versammelt Conor O’Brien mit seiner begnadeten Band neue Versionen von alten Songs, Raritäten und B-Seiten.

Cover Villagers - Where Have You Been All My Life

Villagers – Where Have You Been All My Life

Dabei geht er so behutsam vor, dass sich die bunt zusammengewürfelten Stücke stimmig zu einem Gesamtwerk zusammenfügen. Für Fans dürfte dieser Zwischenruf eines Albums zumindest ausreichen, um die Wartezeit zum nächsten „richtigen“ Villagers-Album zu überbrücken. Denn neben Schubladenstücken wie „The Soul Serene“ gibt es hier auch überragende Neuinterpretationen von Songs wie „The Waves“ zu entdecken. Wohl dem, der so eine Ausschussware verwalten kann.

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