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Huldigt dem Weihnachts-Blues!

Last, White und Once Again It’s Christmas

Kitsch, Kommerz und Tränen, soweit das Ohr reicht. Ist das alles, was Weihnachts-Musik zu bieten hat? Unsere Autorin verrät euch, wie ihr mit der Adventszeit und ihren Tücken am besten umgeht.

Leute, das Ende naht. Mal wieder. Es hilft ja nichts. Am ersten Adventswochenende bin auch ich wieder sentimental geworden… und anstatt durch abgefahrene Hamburger Musik-Clubs zu rennen, stopfte ich mich zu Hause mit Lebkuchenherzen voll und blickte tränenverklärt in die Flamme meiner ersten Adventskerze.

Die Kitsch-Fischerin

Und nun? Höre ich mich für euch durch Weihnachts-Alben und versuche, mich noch ein kleines bisschen über die diesjährige Auswahl aufzuregen: Kitsch, Kommerz und Tränen, soweit das Ohr reicht. Und wer steht mit seiner „White Christmas“-„Stille Nacht“-Compilation auf Platz 2 der deutschen Charts? Helene Fischer natürlich. TsTsTs.

Aber nein, Stopp. Wenigstens Soul-Lady Sharon Jones hat alles richtig gemacht und schon bevor ihr der Advents-Blues von weitem zuwinken konnte, ihn zackig ins Nirwana zurück geblasen. Auf „It’s A Holiday Soul Party“ kann man sich zu „White Christmas“ endlich mal die Seele aus dem Leib zappeln und fühlt sich zu „Silent Night“ in frühen, schwarzen Rock’n’Roll zurückversetzt.

Trauriger die Glocken nie klingen

Schau ich mich bei meinen Country-Barden um, wird es aber gleich wieder nostalgisch. Kenny Rogers fängt mich mit seiner Kratzstimme an Glöckchengeklingel sofort ein – und bilde ich es mir nur ein, oder ist sein sechstes Weihnachts-Album „Once Again It’s Christmas“ durch seine bevorstehende Abschiedstournee noch trauriger geworden? Zu „There’s A New Kid In Town“ und „Back To Bethlehem“ versinke ich wieder tief im Advents-Blues.

Für kurze Zeit lasse ich mich von Country-Pop-Star LeAnn Rimes„Today Is Christmas“ in beschwingtere Sphären entführen, doch dann fangen mich Willie Nelsons Großvaterarme warm auf, mit dem besten Weihnachts-Country-Album aller Zeiten, „Pretty Paper“, von 1979.

Und wisst ihr was? Es fühlt sich wunderbar an. Ich brauche eine Pause vom Musik-Entdecken, eine Pause vom Individuell-Sein und ein Bad in „White Christmas“ und all seinen Song-Geschwistern. Das Ende naht, aber schon im Januar hört es einfach wieder auf.

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