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Hearts Hearts mit „Young“ – ByteFM Albumempfehlung

Entschleunigte Eleganz

Irgendwo zwischen Radiohead und alt-J positionieren sich die Österreicher von Hearts Hearts mit ihrem Debütalbum „Young“.

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Seit 2010 basteln die vier Österreicher David Österle, Daniel Hämmerle, Johannes Mandorfer und Peter Paul Aufreiter unter dem Namen Hearts Hearts an ihrer Musik, um nun schließlich ihr Debütalbum „Young“ via Tomlab zu veröffentlichen. Schnell merkt man beim Hören, dass sich die Zeit zum Ausloten und Orientieren in einem sensibel komponierten und fein sortierten Debüt niedergeschlagen hat.

Von Singer-Songwriter zu Indie-Electronica

Zunächst hatten sich Österle and Hämmerle an Singer-Songwriter-Ideen probiert, die auch auf dem wohl ruhigsten Stück „Inner Market“ des Albums immer noch anklingen. Österles hohe, fast gehauchte Stimme wird dabei nur von einem Piano unterstützt.

Doch bei Sessions in einer Kirche in Oberösterreich stießen auch Johannes Mandorfer, Peter Paul Aufreiter und Christina Ruf hinzu und potenzierten somit die musikalische Experimentierfläche. Das Spielzeug bestand nun aus Drums, E-Gitarre, Keyboard, Cello und elektronischen Flächen.

Schön, aber traurig

Es entstanden fein gewebte Klangwelten, sensibel komponiert und rhythmisch strukturiert, einzuordnen im Bereich Indie-Electronica – schön, aber von einer tiefen Traurigkeit durchzogen.

Österles Stimme erfüllt eine großartige Kombination aus hohem, säuselndem Gesang, der aber eine raue Note in sich trägt und somit zwar unter die Haut geht – vor allem, wenn Worte sehr lang gezogen ausgesungen werden –, aber niemals kitschig wird. Ein wenig erinnert der Gesang dabei an einen Thom Yorke, der launisch-frickelige Track „Bent Pyramid“ an Radiohead.

Hang zum Drama

Ebenfalls zu erkennen ist hier und da eine leichte Ähnlichkeit zur Stimme des alt-J-Sängers Joe Newman, wie zum Beispiel in der ersten Singleauskopplung „Hunter Limits“. Die dramatischen Streicher und der epische Chorus machen den Track zum vermutlich ohrwurmträchtigsten, aber auch tanzbarsten des Albums.

Enorm vielschichtig

Insgesamt wirkt „Young“ betörend durch eine fast hypnotische, entschleunigende Eleganz – und das, obwohl sich auch immer wieder von Synthesizern und Beats getriebene Tracks dazwischen mischen, wie der Titeltrack des Albums oder der Track „Potemkinsche Dörfer“. Ebenso birgt das Album eine enorme Vielschichtigkeit an instrumentalen Spielereien, zart umhüllt von elektronischem Gewand. Musik, die zwischen Weltentgrenzung à la Kirchensessions und lässigem Indie changiert und dabei alles andere als schnell langweilig wird.

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