Baroness-PHOTO- CREDIT-Jimmy- Hubbard

Baroness: Eine furchtlose Wiedergeburt

Malen nach farbigen Metal-Zahlen

Baroness haben eine harte Zeit und schwerwiegende Umbesetzungen hinter sich. Umso erstaunlicher, wie stimmig die neue Platte „Purple“ klingt.

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Natürlich hat das neue Album von Baroness wieder eine Farbe: „Purple“ folgt auf „Yellow & Green“, „Blue“ und „Red“. Allerdings bedeuten die Albumtitel der Prog- und Metal-Vorreiter aus Savannah weniger als der ahnungslose Hörer vermuten könnte – sie drücken keine Stimmung aus und sind auch nicht Teil eines übergeordneten künstlerischen Konzepts. Vielmehr sei es nur eine andere Art des Zählens, hat Sänger und Gitarrist John Dyer Baizley im Gespräch mit dem Musikmagazin Intro verraten: „Wenn man Led Zeppelins ‚III‘ in den Händen hält, dann weiß man, es gab zwei Platten zuvor, aber niemand nimmt an, dass es inhaltlich um die Zahl Drei geht.“

Schwerer Unfall als Karriere-Einschnitt

Die Farben bringen also einfach ein bisschen Ordnung in die ansonsten so chaotische Bandbiografie. Denn dass „Purple“ überhaupt das Licht der Welt erblickt, grenzt an eine Sensation nach dem schweren Unfall, den Baroness im August 2013 erlitten, als der Bandbus von einer Brücke stürzte und die Mitglieder sich teilweise schwer verletzten. Bassist Matt Magioni sowie Schagzeuger und Gründungsmitglied Allen Bickle verließen die Band im Anschluss gar. Eine Auflösung von Baroness wäre also kein Wunder gewesen, aber Baizley und Gitarrist Peter Adams hatten andere Pläne: Sie verarbeiteten den Unfall, indem sie unter anderem mit Metallica-Sänger James Hetfield, der in den 80ern selbst einen Bandbus-Unfall überlebte, sprachen. Außerdem fanden sie in der Sludge-Szene von Georgia eine neue Rhythmusfraktion in Bassist Nick Jost und Drummer Sebastian Thomsen (vorher Trans Am).

Baroness fangen noch einmal von vorne an

Das erste Resultat der neuen Schaffensphase von Baroness heißt nun als „Purple“ und klingt etwas wütender und ungestümer als der Vorgänger „Yellow & Green“, in den wenigen ruhigen Momenten wie „If I Have To Wake Up“ wird die harte Phase der vergangenen Jahre verarbeitet. So wird die Platte zu einem überzeugenden Neuanfang, fast schon zu einer Wiedergeburt – so stimmig wie furchtlos. Baroness fangen nochmal von vorne an. Und noch nie hatten sie so viel zu erzählen wie heute.

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