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King Gizzard & The Lizard Wizard mit „Paper Mâché Dream Balloon“ – ByteFM Albumempfehlung

Neo-Psychedelic aus Down Under

Eine bunte Traumwelt, die uns zurück in der 60er und 70er entführt – Das verspricht das neue Album der vor Kreativität strotzenden Australier.

King Gizzard & The Lizard Wizard – der Name spricht für sich, wirkt er doch wie eine Parodie psychedelischer Bands der 70er-Jahre. Inbegriffen eine Prise Drogenlust und Mittelalter-Fiktion, lange Haare, bunte Farben und Titel wie „I’m In Your Mind Fuzz“ (2014). Ganz genau das können King Gizzard & The Lizard Wizard, ohne Probleme. Aber die simple Retro-Band-Nummer abzuspielen, hätte den sieben vor Kreativität strotzenden Australiern nicht gereicht.

Breites Spektrum an Sounds und Instrumenten

Seit der Bandgründung 2010 bis zum heutigen Tag hat die Band sieben Alben, meist zwei pro Jahr, und zwei EPs veröffentlicht. Dabei changieren die Stile der verschiedenen Alben. Begonnen bei garagigem Surf-Rock über Stoner-, Space- und Psychedelic-Rock, mit funkigen oder auch bluesigen Noten. Auch die Gruppengröße spricht Bände und lässt ein breites Spektrum an Instrumenten und Experimentierfläche zu. Darunter ein Theremin, ein Instrument, das gänzlich ohne Berührung gespielt wird und schön schräge Geräusche machen kann. Passt also zu hippieskem Rausch.

Eine neue Form der Melodik

Für das frisch veröffentlichte Album „Paper Mâché Dream Balloon“ liegt das Konzept schlicht darin, keine elektronischen Instrumente mehr zu benutzen. Das Akustik-Album profitiert dabei deutlich von neu einbezogenen Instrumenten wie der Querflöte und der Klarinette, die zusammen eine neue Form der Melodik erzeugen. Der Gesang steht dabei in Einklang mit den Instrumenten und schmiegt sich meist hoch um die Bläser.

Folk und fröhliche Melodien

Eröffnet wird das Album mit dem jazzig-loungigen Track „Sense“ und gibt so die entspannte Grundeinstellung von „Paper Mâché Dream Balloon“ vor. Befüllt wird es mit fröhlichen Melodien, die zumeist von Klarinette oder Querflöte getragen werden und so eine ordentliche Prise Folk mit einladen. Stücke wie „Paper Mâché Dream Balloon“ oder „N.G.R.I (Bloodstain)“ erinnern dabei an den Rock der späten 60er-Jahre (T. Rex). Abgerundet wird das Album vom instrumentalen Schlusssong „Paper Mâché“, der die verschiedenen Melodien der zwölf Songs kombiniert und so als eine Art Grundmelodie im Kopf der HörerInnen verweilt.

Erst Tarnung, dann Traumland

„Paper Mâché Dream Balloon“ tarnt sich als naives Folk-Stück, wickelt den Hörer allerdings so um den Finger, dass dieser in alter psychedelischer Manier gezwungen ist, in das bunte Traumland der Australier einzutauchen. King Gizzard & The Lizard Wizard reihen sich in die angesagte Bewegung australischer Neo-Psychedelic-Bands wie Tame Impala und Unknown Mortal Orchestra ein. Sie alle übertragen und kombinieren aktuelle musikalische Einflüsse mit denen der 60er- und 70er-Jahre ins Hier und Jetzt.

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