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Der Nino aus Wien mit „Immer noch besser als Spinat“ – ByteFM Albumempfehlung

Volkstümlicher Slapstick plus Dada

Der Nino aus Wien ist ein Tresenphilosoph aus dem Bilderbuch. Mit Schmäh und Witz punktet seine Compilation „Immer noch besser als Spinat“.

Es ist kein Geheimnis, dass Musik in Mundart in den vergangenen Jahren eine erfolgreiche Charmeoffensive gestartet hat. Ja, Panik spielen ganz ungeniert mit ihrem Dialekt und verzwirbeln gekonnt Deutsch, Denglisch, Österreichisch. Kofelgschroa, Sympathieträger aus den südlichen Hemisphären Deutschlands, nutzen ihren urbayerischen Wortschatz, der für das restliche Deutschland schlicht und einfach nach einer Fremdsprache klingt. Dazu gehören sogar eigene Wortschöpfungen, die sich nicht mal von Deutsch ins Deutsche vernünftig übersetzen lassen. Dass die Sprache, in der gesungen wird, eine ordentliche Portion Lebensart reflektiert, ist dabei offensichtlich.

Wenn die Wahrheit überrascht

Auch Nino Mandl, Der Nino aus Wien, spielt seinen Wiener Tresenhumor in seiner Musik aus. Ein schluffiger Typ, Ende Zwanzig, schwere Augenlider und scheinbar einfache, aber ausgeklügelte Texte. Es versteht sich von selbst, dass Ninos Musik ganz wienerisch niemals zu schnell, sondern nonsensig ruhig, mit eigener Wahrheit vor sich hin plätschert. Im Musikvideo zu „Du Oasch“ sitzt Nino tatsächlich am Tresen, untätig vor sich hin schimpfend. Ein Folk- bzw. Volksmusiker. Was den Texten inne liegt, ist eine Komik, die in der Kultur des Volkstheaters ihren Ursprung findet und mit der Figur des Karl Valentin fortgesetzt wurde. Volkstümlicher Slapstick, gepaart mit einer Prise Dada. Da belächelt man den Typ am Tresen, wird allerdings von einer großen Portion Wahrheit und Weltwissen überrascht. Schön auch, dass Nino auf dem Wiener Label Problembär Records veröffentlicht. Der Name spricht für sich.

20 Tracks, noch mehr Weisheiten

Die Compilation „Immer noch besser als Spinat“ vereint nun die Perlen aus dem produktiven Schaffens des Wiener Musikers der vergangenen sieben Jahre auf einem Album. Das sind mit 20 Tracks gar nicht so wenige Weisheiten. Vom Song „Abtauen Girl“ bis zum „Fuaßboischaun“ erzählt Nino aus dem Leben in Wien, auf seine herrlich schnoddrige und verpeilte Art und Weise, meist reduziert, nur begleitet von seiner Gitarre, denn „ganz Wien is so herrlich hin hin hin“. Es lohnt, den Geschichten des Nino aus Wien nicht nur einmal zuzuhören.

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