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Locas in Love: Der Glanz liegt im Scheitern

Der Versuch des Großen

Locas in Love liefern die zweite Platte innerhalb eines Jahres. Auf „Kalender“ machen die Kölner viel von dem, was sie am besten können.

Während Tim Sohr euch von Locas in Love erzählt, könnt ihr über unseren Player schon mal in ihre Alben hören. Probiert es aus!

Seit Jahren schon gelten Locas in Love als eine der besten Indie-Bands in Deutschland, auf jeden Fall gehören sie inzwischen zu den fleißigsten. Erst im Februar erschien das opulente Doppelalbum „Use Your Illusion 3 & 4“ (und stieg auf einen beachtlichen Platz 90 in den Albumcharts), jetzt legen die Kölner schon wieder nach: „Kalender“ heißt das siebte Album des cleveren Quartetts.

Von Sonic Youth bis The Velvet Underground

Es klingt ein bisschen dunkler als die Vorgänger, aber immer noch werden Indie und milde Psychedelica gekonnt vermischt und in gewohnter Manier mit Zitaten aus der jüngeren Musikgeschichte angereichert. Man hört sie alle raus, die kleinen und großen Vorbilder, von Sonic Youth über The Velvet Underground bis hin zu den Young Marble Giants. Eine Wonne für Fans, die gerne Ostereier suchen.

Und ein Nachweis für den Faible der Bandköpfe und einzigen beiden Gründungsmitglieder, Björn Sonnenberg und Stefanie Schrank, immer mal wieder auch zur großen Geste auszuholen. Den größten Versuch in diese Richtung versuchte man vor Jahren als Karpatenhund: Mit Verstärkung von Sängerin Claire Oelkers wurde die eigene „Vision von radiotauglicher Musik“ umgesetzt – und so immerhin den Titeltrack zur erfolgreichen Fernsehserie „Türkisch für Anfänger“ gelandet.

Soundtrack für die in den 90ern sozialisierten

Der große Durchbruch blieb für Karpatenhund allerdings aus, weshalb Locas in Love längst wieder bei ihren Leisten bleiben und den Soundtrack liefern für das Leben der in den 90ern sozialisierten Nerds, die über David Lynch, Nirvana und die Simpsons bestens Bescheid wissen.

Was bedeutet das für „Kalender„? Folgendes ließ die Band über ihre Facebook-Seite verlauten: „12 Monate, 12 neue LIL-Songs, 12 Stefanie-Schrank-Originale als Kalenderblätter.“ Das alles, und noch viel mehr: Mit „Ich werde ein Lied für alle schreiben“ setzen sie ebenjener Unmöglichkeit ein Denkmal. Der Glanz liegt hier im Scheitern. Locas in Love haben die große Geste eben immer noch drauf. Und: Eine Hymne auf den Versuch und auf das Scheitern ist auch ganz nebenbei eine verdammt gelungene Metapher für das Schaffen der Band.

Wie findet ihr die Musik von Locas In Love? Schreibt uns einen Kommentar! Außerdem wäre ein Like oder eine Teilung für den Artikel eine tolle Sache!

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