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Deine Lieblingsband ist scheiße!

Datekiller Musikgeschmack

Das Thema Musik ist für viele Menschen an der gefährlichen Schnittstelle zwischen Neben- und Hauptsache des Lebens. Daher fällt es auch oft sehr schwer, den fragwürdigen Musikgeschmack des Gegenüber zu tolerieren. Gerade bei einem Date übt man sich dann gern in Zurückhaltung. Aber ist das richtig?

Das erste Date, alles läuft perfekt. Die Location ist gut ausgewählt, die Stimmung prickelt, das Gespräch läuft wie am Schnürchen. Leben, Lachen, Liebe – alles auf einer Wellenlänge. Bis die Sprache auf die Musik kommt. Denn dieses Thema kann den Fortgang des Abends gewaltig beeinflussen.

Schrecken Wahllosigkeit

Szenario 1: Ich hör eigentlich so (so!) alles. Gern auch mit dem fatalen Verweis auf die aktuellen Charts. Das ist im Grunde keine Antwort auf die Frage nach der Lieblingsmusik, sondern eine Offenbarung. Indifferenz in einem so elementaren Thema. Was soll man da bemängeln? Es reicht nicht mal für punktuelle Kritik. Welche Bereiche des Lebens sind von dieser Wahllosigkeit noch betroffen? Man möchte es sich nicht ausmalen. Es ist der indiskutable Aufruf zur Flucht.

Ja, aber nein

Szenario 2: Ich gehe voll auf Avicii ab. Oder: Zum Chillen hör ich gern Felix Jaehn. Oder: Kay One ist doch der einzige Rapper, der real geblieben ist, feier ich voll! Das ist wenigstens eine Antwort, leider aber die falsche. Ja, Geschmäcker sind verschieden, aber manche sind einfach furchtbar. Das Gefährliche: statt willkürlich zu konsumieren, wird hier gezielt auf die falsche Karte gesetzt. Was soll man dazu noch sagen? Ich ruf dich an! Oder auch nicht.

Die einäugige unter den blinden Antworten

Szenario 3: Dein Gegenüber nennt einen Künstler, der dir nicht passt, dessen künstlerische Berechtigung aber nicht abzustreiten ist. Geh kurz in dich und du weißt, was ich meine. Die Aussage mag dich dann zunächst schockieren, doch sie ist im Grunde die beste unter den fragwürdigen Antworten. Denn hier lohnt es sich wenigstens, zu entgegnen: Deine Lieblingsband ist scheiße! Denn man hat eine Grundlage zu diskutieren und im besten Fall ist dein Date auch in der Lage dazu. Ob man damit leben kann, muss jeder selbst entscheiden.

Alle Leser, die sich mit einem dieser Szenarien trotz aller Warnungen arrangiert haben, möchte ich schon mal auf die nächste Kolumne aufmerksam machen. Thema: Hilfe, der Musikgeschmack meines Partners ist eine Katastrophe.

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