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Floating Points: Zwischen Labor und Club

Ein Groove wie im Flug

Wenige zaubern so wunderbar ausdauernde Groove-Strecken wie der Londoner. Sam Shepherd ist jemand, der sein Handwerk ausgezeichnet beherrscht – nicht nur im musikalischen Bereich.

Hört euch das neue Album von Floating Points im Player an und schreibt uns einen Kommentar wie ihr es findet!

Es gibt Jobbeschreibungen, die würde sich wohl jeder gern auf den Briefkopf schreiben. Löwenbändiger etwa oder Hochseilartist, macht garantiert Eindruck auf jeder Party. Sam Shepherd aus London kann mit einer Extravaganz punkten, die wohl wenige kontern können: Neurowissenschaftler am Tage, aufstrebender Star der neueren Dance-Szene in der Nacht.

Musik als Wissenschaft

Das klingt erst einmal nach einer Story à la Jekyll & Hyde, hat aber wenig mit einem wilden Alter Ego zu tun. Denn so akribisch wie Shepherd tagsüber im Labor des University College London arbeitet, geht er auch als Künstler unter dem Namen Floating Points vor. Er arrangiert sorgfältig, produziert mit viel Liebe zum Detail und legt bei seinen gefeierten Performances als DJ ausschließlich mit Vinyl auf. Längst keine Selbstverständlichkeit mehr in der Szene.

Sam Shepherd hat das klassische Musikerhandwerk gelernt, kann schreiben, komponieren und mit dem Floating Points Ensemble auch ein ganzes Orchester arrangieren. Diese Skills überträgt der Endzwanziger auf seine elektronische Musik. Gepaart mit seinem Gespür für den richtigen Sound eine perfekte Mischung.

Prominente Fürsprecher

Nach seinen ersten Veröffentlichungen 2009 auf Eglo Records, dem Label, das er mit gegründet hat, hat sich Floating Points einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Kollegen wie Kode 9, Theo Parrish oder Four Tet bekannten sich schnell als Fans und teilten mit Shepherd teilweise die Bühnen. Die ausdauernden und doch nie eintönigen Groove-Strecken des Jazz-geschulten Shepherd lassen niemanden kalt, der elektronische Musik liebt.

Floating Points Albumcover Elaenia

Elaenia von Floating Points im artistxite Shop

Nun erscheint mit „Elaenia“ erstmals ein vollständiges Album von Floating Points, natürlich auf seinem Stammlabel Eglo Records. Viel Platz für den Tüftler Shepherd, um sich auszutoben. Sechs Jahre beschränkte er sich auf Live-Auftritte, DJ-Sessions, Singles und Remixe. Eigentlich ein Wunder, dass erst jetzt ein Album kommt, wenn man den Geschichten über Shepherds Arbeitsweise glauben darf.

Unkonventionelle Arbeitsweise

Four Tet, mittlerweile ein guter Freund von Floating Points, äußerte sich voll der Bewunderung, nachdem er Sam Shepherd beim produzieren beobachten durfte. Den unfassbar starken Track „Nuits Sonores“ komponierte dieser nämlich, so Four Tet, auf dem gemeinsamen Flug von London zu dem gleichnamigen Festival in Lyon und spielte ihn dann auch live auf der Bühne. Gern würde man sehen, was der Mann im Labor veranstaltet.

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