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Naytronix mit „Mister Divine“ – ByteFM Albumempfehlung

Aufbruchstimmung und Rückbesinnung

Hört gleich hier in das aktuelle Album von Naytronix rein und schreibt uns eure Meinung dazu in die Kommentare!

Avantgarde, Funk und Soul sind die Zutaten, mit denen Nate Brenner das zweite Album seines Soloprojekts Naytronix würzt.

Seit nunmehr fünf Jahren reist Nate Brenner um die Welt. Ein Leben zwischen Kulturen, Hotelzimmern und stickigen Venues, zwischen buntem, künstlich verrauchtem Licht der Nachtclubs und der aufgehenden Sonne, wenn der Koffer gepackt und der Tourbus wieder bestiegen wird. Ein Leben schwankend zwischen romantischer Verklärung und Rastlosigkeit, zwischen Leichtfüßigkeit und Melancholie, Delirium und Konfrontation, getrieben von Neugier und Wanderlust.

Auf Tour entstanden

Nate Brenner ist Bassist der experimentellen Indie-Pop-Band tUnE-yArDs. Mit seinem Soloprojekt Naytronix verschafft er sich die Möglichkeit, seine Eindrücke musikalisch zu verarbeiten und es ist nicht verwunderlich, dass sich die Diversität seiner Erlebnisse in den unterschiedlichsten musikalischen Instrumenten und Methoden ausdrücken. So kann man seine Musik als Reflexion dieser und dem damit einhergehenden Lebensstil verstehen, denn genau dort ist sie entstanden: auf Tour.

Debütwerk „Dirty Glow“

Dies bedeutet aber auch, dass sich viele Elemente, die man von tUnE-yArDs kennt, auch bei Naytronix‘ neuem Album „Mister Divine“ widerspiegeln: die funkige Bassline, Bläser und vor allem die vielschichtige Textur. Merill Garbus, als deren Soloprojekt tUnE-yArDs 2006 entstand und die ab 2010 unter anderem Brenner als Co-Musiker um sich scharte, unterstützte ihren Bassisten bereits auf seinem 2012 veröffentlichten Debütwerk „Dirty Glow“. Sie war teilweise selbst am Gesang zu hören, vermittelte ihm aber auch Soundtüftler Matt Nelson, Saxophonist Noah Bernstein und Keyboarder Michael Coleman, die in beiden Musikprojekten mitmischen.

Mit „Dirty Glow“ entstand eine Debütplatte, die soundtechnisch keine Hand vor den Mund nimmt und mit einer Mischung aus elektronischem Synthie-Pop, funkigen Basslines und Drums forsch daherkommt, womit die Parallelen zu tUnE-yArDs offenbar werden. Ein großer Unterschied der beiden Projekte liegt allerdings zwischen Garbus‘ lauter und offensiver Stimme und Brenners eher nerdhaftem, hellen Gesang.

Mehr Melancholie

Seine Platte klang zurückhaltender als Garbus‘ bunte Welt von tUnE-yArDs und bediente sich jazzig-souligen Elementen wie Bläsern und verwaschenen Keyboardsounds. Dennoch fand Melancholie auf „Dirty Glow“ wenig Platz. Dieser scheint sich Naytronix nun auf seinem neuen, zweiten Album, „Mr. Divine“, ein Stück weit mehr hinzugeben – allerdings ohne darin zu versinken.

Die Titelsingle versprüht das wunderbar warme Gefühl der Erinnerung an einen vergangenen Sommer. Auch die zweite Single-Auskopplung „Back In Time“ spielt mit der Titelzeile und kombiniert das Gefühl von Aufbruchstimmung und Rückbesinnung. So entsteht innerhalb eines Tracks eine interessante Spannung, nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich. „Dreamer“ ist gespickt mit einer Vielzahl an Sounds und Geräuschen, die einem das bunte Leben Brenners förmlich ausmalen.

Spannende Platte

Als Einflüsse können neben tUnE-yArDs auch der Komponist Arthur Russell, der in den 70er und 80er Jahren in der New Yorker Avantgardeszene unterwegs war, sowie Funk-und Soul-Klassiker wie Bootsy Collins und William Onyeabor genannt werden. Eine Mischung, die in jedem Fall alles andere als langweilig wird. „Mister Divine“ ist daher eine spannende Platte, auf der jeder Song aufs Neue in seiner Vielfalt überrascht und einem Roadmovie gleicht.

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