Robert-Forster-credit-Paul-Cox

Robert Forster mit „Songs To Play“ – ByteFM Albumempfehlung

Spielerisch weiter machen

Der Poesie verpflichtet fühlt sich auch auf seinem neuen Album „Songs To Play“ der ehemalige Go-Between Robert Forster.

Hört euch die Alben von Robert Forster im Player an und schreibt uns eure Meinung in den Kommentaren!

Im australischen Brisbane gründete Robert Forster 1977 die Band The Go-Betweens mit Grant McLennan. 1990, als vorerst das Ende der Band in Sicht war, zog Robert Forster nach Deutschland, wo er – so wie McLennan zeitgleich in Australien – an seinem ersten Soloalbum arbeitete. „Danger In The Past“ wurde bei den Aufnahmen in Berlin von Karin Bäumler von der deutschen Band Baby You Know unterstützt. Die Kollaboration der beiden hält bis heute an, denn 1990 war auch das Jahr, in dem Karin Bäumler und Robert Forster heirateten, und: Karin Bäumler, respektive ihr Geigenspiel, ist auch auf dem neuen, sechsten Soloalbum von Robert Forster zu hören.

Tradition verpflichtet

„Songs To Play“ steht in einer Reihe mit den anderen Solo-Werken Forsters und irgendwie auch in der Tradition der Go-Betweens. Auch wenn McLennan und Forster ihre Soloarbeiten immer unabhängig von dem Schaffen mit der Band betrachteten, vollzogen sich ihre Schritte doch ziemlich parallel. Nicht nur das erste Solo-Album wurde von beiden jeweils 1990 produziert, auch hatten sie beide genau vier Alben herausgebracht, also The Go-Betweens 2000 wieder zusammen fanden: „The Friends Of Rachel Worth“ entstand zusammen mit Mitgliedern der ehemaligen Riot-Grrrls von Sleater-kinney in Portland in den USA und war Grundstein für drei weitere Platten der australischen Pop-Band.

Der Einschnitt: McLennans Tod

Der zweite Frühling der Go-Betweens endete, als Robert Forsters Freund und bessere Hälfte bei den Go-Betweens nach neun Studioalben und drei Live-Alben der Go-Betweens im Mai 2006 unerwartet starb. Forster schloss eine Fortsetzung der Band ohne McLennan aus, integrierte jedoch Songs, an denen er mit McLennan gearbeitet hatte, in sein nächstes Solo-Album „The Evangelist“. Sieben Jahre später gibt es nun ein neues Soloalbum, das Forster neben seiner Arbeit als unter anderem Musikkritiker, Produzent und Autor ganz ohne seinen langjährigen musikalischen Weggefährten fertig gestellt hat, fertig stellen musste.

Ode an Leonard Cohen

Eigenständig klingt das Album, oft fällt das Wort „happy“, jedoch ohne sehnsuchtsvolle Moll-Akkorde zu vernachlässigen. Aktuelle Bezüge („Please Don’t Twitter“) mischen sich auf „Songs To Play“ mit poetischen Versen („Let Me Imagine You“). Die Geschichten erzählende Gitarre Forsters und seine songschreiberhafte Manier zu singen, stehen in der Tradition keines Geringeren als demjenigen, auf den er auch in seinem Albumtitel und in „Songwriters On The Run“ anspielt: Leonard Cohen.

Noch lange nicht am Ende angekommen

Ganz in der Tradition des Altmeisters der gesungenen englischsprachigen Gedichte schafft es Robert Forster, große Poesie in einfache Worte zu verpacken. Doch er behält eine große Spielfreude, die auch nach mehr als 30 Jahren Musikerdasein noch da ist. Sie äußert sich in abwechslungsreichen Arrangements und variierender Instrumentierung. So kann auf ein von Streichern getragenes, lebensfrohes Beat-Stück, eine bescheidene Bossa-Nova-Ballade folgen. Und all das in 39 Minuten: „Songs To Play“ sind tatsächlich zehn Stücke zum Spielen – leicht, verspielt und kreativ – und zeigen das Talent des Musikers Robert Forster, der trotz seiner 60 Jahre und perfektioniertem Multitasking noch lange nicht am Ende seines Schaffens angelangt ist.

Der Artikel gefällt euch? Dann freuen wir uns, wenn ihr ihn auf Facebook oder Twitter teilt oder liked!

Klickt euch weiter durch unseren Blog: