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Coheed & Cambria: Aus dem Weltraum auf die Erde

Niemals einer Regel unterwerfen

Die Progressive-Rock-Ästheten von Coheed & Cambria sind vor allem für ihre Science-Fiction-Konzeptalben bekannt. Auf „The Color Before The Sun“ zeigen sie sich weltlich und persönlich wie nie – und erfinden sich mal so eben neu.

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Manche Dinge gehören einfach zusammen in der Musikwelt. Mick Jagger und Keith Richards, Simon und Garfunkel, Crosby, Stills und Nash. Coheed & Cambria auch. In diesem Fall stecken hinter diesem Bandnamen zwar nicht die ausführenden Musiker, dafür aber die Protagonisten einer der ungewöhnlichsten Sagen der Musikwelt. Coheed und Cambria Kilgannon sind die Akteure auf den Alben der New Yorker Prog-Rocker; für einen Großteil der letzten 20 Jahre faszinierte die Band mit ihren elaboriert dargebotenen Science-Fiction-Märchen zwischen Rock, Prog, Alternative und Heavy Metal.

Genie und Freak

Oberhaupt Claudio Sanchez lebt sich hier auf eine Art und Weise aus, die in der Rockmusik seinesgleichen sucht. Er schreibt Musik und Texte, erschafft nebenher auch Comicbücher und Romane aus seinem Universum, das er „The Armory Wars“ nennt. Das brachte ihm nicht nur den Ruf eines Genies ein, sondern auch den des leicht wahnsinnigen Freaks, der gerne mal zu tief in seine erschaffenen Welten eintaucht. Ein echter Künstler eben.

Eine Zäsur hin zum Weltlichem

Auch deswegen markiert das neue Studioalbum „The Color Before The Sun“ eine Zäsur. Zum ersten Mal seit der Bandgründung 1995 verlassen Coheed & Cambria ihr ausgeklügeltes Konzept und legen ein Album vor, das sowohl musikalisch als auch inhaltlich verändert daherkommt. Bedingt durch die Geburt seines ersten Kindes, zog es Sanchez aus seiner Einsamkeit mitten nach Brooklyn, wo er die persönlichsten und weltlichsten Songs seiner bisherigen Karriere schrieb.

Albumcover Coheed And Cambria - The Colour Before The Sun

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Zeitgemäßer Prog

Liebeslieder, Reflexionen über Leben und Sterben, Stücke über Verantwortung, seinen Sohn und die Natur bestücken ein Album, das leichtfüßiger und weniger verkopft daherkommt. So befreit, als hätte es eine Menge Ballast verloren. Schnöde, profane Rock-Songs sind natürlich nicht zu erwarten, dazu wäre die Band wahrscheinlich gar nicht in der Lage. Vielmehr bleiben Coheed & Cambria ihrer goldenen Regel treu: Niemals einer Regel unterwerfen. Das hat sie weit gebracht – und ganz nebenbei gezeigt, dass Prog auch nach Pink Floyd und von einer zeitgemäßen Alternative-Seite angegangen werden kann.

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