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Battles mit „La Di Da Di“ – ByteFM Albumempfehlung

Großer Rock ohne Gesangsspur

„La Di Da Di“ – welch großartiger Name für ein Album. Dann noch dieses Cover dazu. Ganz großes Kino. Das wird bestimmt ein Indiealbum sein, von einer jungen Kombo aus vermutlich UK, vielleicht auch was Deutsches. Auf jeden Fall unbefangen, bisschen Off-Beat, eher Laissez-faire. Der Blick auf den Bandnamen: Battles. Aber, Moment mal. Battles? Die machen doch eigentlich eher Math-Rock, harten, elektronischen Gitarrensound. Was ist denn da los?

Ein großes Fragezeichen tut sich auf. Was genau ist denn das jetzt für ein Genre, das Battles bedienen? Elektronischer Rock? Rockiger Elektro? Verschrammelter Synthiesound mit breiter Gitarre und ausgedehntem Schlagzeug? La Di Da Di? Ja, definitiv und auf jeden Fall. „La Di Da Di“ – das ist nicht nur der Name des dritten Albums der New Yorker, das scheint auch Motto der Musik zu sein.

Jenseits der Begrenzungen

Ob Battles sich um Genre-Bezeichnungen scheren und sich folglich Gedanken darüber gemacht haben, was sie da produzieren? Vermutlich nicht. Sonst würde die Musik nicht klingen wie eine große Rockplatte, bei der die Gesangsspur vergessen wurde. Wobei: So wirklich stimmt das ja auch nicht. Ab und an spielen Dave Konopka, Ian Williams und John Stanier roboterhafte Momente ein, dann taucht wieder ein opulent aufbrausendes elektronisches Orchester auf, um direkt von einer Passage abgelöst zu werden, wie sie im 70s-Classic-Rock-Bilderbuch stehen könnte – nur eben ohne 70s und ohne Classic-Rock.

Battles schaffen es, mit elektronischer Raffinesse eine kurios mechanisch anmutende Klangfarbe entstehen zu lassen. Die Songs klingen wie das nicht enden wollende Intro einer großen Rockshow. Der Einsatz von menschlichem Gesang wird erwartet, teilweise sogar herbeigesehnt und wird doch nie kommen, das Album bleibt instrumental. Das ist das Kreieren von Bedürfnissen, die nie da waren, auf ganz hohem Niveau. Und ohne Schmerz.

Herausforderung, die Spaß macht

Denn, so sehnlichst der Gesang auch erwartet wird, so wohlgefällig wird diese Notwendigkeit mit purer Instrumentation aufgelöst. Ganz schön hinterhältig. Und ganz schön genial. „La Di Da Di“ evoziert ein riesengroßes Chaos, beim Hören wechseln monströse Momente mit minimalistischen Sekunden, es trifft tiefe Entspannung auf anstrengende Aufgeregtheit, Erwartungen werden geschürt und im Moment der Entstehung direkt enttäuscht. Das macht das Hören anstrengend, das fordert die Ohren heraus und das macht unfassbar viel Spaß.

Battles sind also noch immer die freakigen Math-Rocker, die sie schon immer waren. Das ist beruhigend – und irgendwie auch direkt wieder beängstigend. Noch eine Runde Achterbahn der elektronischen Noten? „La Di Da Di“, auf geht’s!

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