Duran-Duran-credit-Stephanie-Pistel

Duran Duran: Dritter Frühling für die Wild Boys des Pop!

Eine Karriere als Gesamtkunstwerk

Nach über 70 Millionen verkauften Alben müssen sich Duran Duran niemandem mehr beweisen. Genau das macht das Comeback der englischen Pop-Gentlemen nach fünf Jahren Pause so verführerisch gut!

Nutzt unseren Player im Artikel und hört während des Lesens in die Alben von Duran Duran rein!

Es gibt Bands der 80er, die umweht bis heute etwas Besonderes, beinahe Übersinnliches. Depeche Mode, The Human League, Spandau Ballet – oder eben Duran Duran. 1978 in Birmingham gegründet, waren es vor allem diese adrett gekleideten Engländer, die den Musikbegriff des „New Romantic“ prägten und in ihre ausdrucksstarken Pop-Songs kleideten. Das stieß nicht nur in England auf offene Ohren. Gesamteuropa, vor allem aber auch Amerika erlagen schnell dem Charme der in Anlehnung an die Beatles frech „Fab Five“ genannten Künstler. Besonders rund ging es ab 1983, für die nächsten zwei Jahre sollten Duran Duran so ziemlich alles in Gold verwandeln, was sie anpackten. Hits wie „Hungry Like The Wolf“, „The Wild Boys“ oder „Rio“ entzündeten die Welt, ihre Videos schlugen visionäre Wege ein, ihr Image wurde schnell zu einem Gesamtkunstwerk des Pop.

Königliche Lieblingsband

Wie so oft, blieb all das nicht ohne Folgen. Der schnelle Aufstieg, der gewaltige Erfolg und ungezählte mit ihren Postern zugekleisterte Teenager-Zimmer sorgten für ordentlich Allüren, die so gar nicht englisch-bescheiden waren. Drogen, wilde Partys, Ausschweifungen und Exzesse führten nach drei absoluten Megasellern und zahllosen Single-Hits dazu, dass die Band beinahe auseinander brach. Das konnte 1986 zwar abgewendet werden, dafür stieg mit Andy Taylor ein prägendes Mitglied aus. So wirklich fangen konnte sich die Band danach nicht mehr, zu rechnen war mit Duran Duran allerdings immer. So etwa 1993, als Prinzessin Dianas selbsterklärte Lieblingsband auf einmal mit „Ordinary World“ um die Ecke kam und sich wie von selbst wieder auf den Pop-Thron setzte. Selbst beim Tributkonzert für die verstorbene Prinzessin trat die Band auf – auf besonderen Wunsch von Dianas Familie.

Cover, Soloprojekte, Kooperationen

Jedem, der die Band vorzeitig abschrieb, zeigten es Duran Duran. Und das seit den 80ern wieder und wieder. Dieser Wille, diese Leidenschaft und dieser Kampfgeist zeichnen die Band bis heute aus. Egal ob das Cover-Versionen wie „Perfect Day“ sind, von der Lou Reed selbst gesagt hat, es sei die beste aller Interpretationen, mit ambitionierten Solo-Projekten oder bei ihrer in Rekordzeit ausverkaufte Tournee zum 25. Bandjubiläum: Die Engländer sind bis heute immer wieder für eine Überraschung gut. Läuft ein Album mal nicht so? Geschenkt! Duran Duran machen das, worauf sie Bock haben: Eine Kollaboration mit Timbaland, ein Konzert im Pariser Louvre – oder eben ein neues Studioalbum nach fünf Jahren Pause. „Paper Gods“ haben sie das genannt, es ist das vierzehnte offizielle Studioalbum und mal wieder eine Nummer für sich. Niemand anderes außer Englands Pop-Prinzen käme damit durch, das Artwork mit Eistüten, Chauffeurmützen oder Tigern zu verzieren. Natürlich würde sich auch niemand so viel dabei denken wie Duran Duran: Das Cover repräsentiert die lange und bewegte Geschichte der Band.

Dass das auch für den Sound von „Paper Gods“ klingt, dürfte Musik in den Ohren der 80er-Fans sein. Die Dekade lebt auf diesem Album, trägt allerdings den Look von heute. Große, schillernde, ja euphorisierende Pop-Hymnen von weltumspannender Größe, verziert von überraschenden Gastbeiträgen wie Lindsay Lohan oder Kiesza. Dieser dritte Frühling steht ihnen gut, den Herren Simon Le Bon, Nick Rhodes, John Taylor und Roger Taylor. Aber das dürfte für Fans keine allzu große Überraschung sein. Immer noch angenehm wild, diese Boys!

WAS EUCH NOCH IN UNSEREM BLOG ERWARTET