Motoerhead-credit-Robert-John

Motörhead: Die Band, der Mythos, die Legende

Ein Leben für den Rock’n’Roll

Der Name Motörhead ist seit 40 Jahren untrennbar mit der ikonischen Galionsfigur Lemmy Kilmister verknüpft. Auch auf „Bad Magic“ erweist sich die Hard-Rock-Legende als Meister der rohen Zunft.

Es gibt keine Band wie sie. Keine, die mehr für den Rock’n’Roll steht, die das Bild dieses Genres konstant, authentisch und ungeschminkt mitgeprägt und unsterblich gemacht hat. Motörhead sind seit beeindruckenden 40 Jahren im Geschäft, rollen seit vier Dekaden auf Hochtouren wie sonst keine andere Band der hart rockenden Zunft. Keine Trennungen mit endlosen Abschiedstourneen und pathetischen Wiedervereinigungen, keine Anbiederungen an Kommerz oder etwaige Trends. Motörhead folgten stets nur ihrem Ideal von Sex, Drugs und Rock’n’Roll, lebten das so konsequent wie keine andere Band. Bis heute. Sänger und Bassist Ian „Lemmy“ Kilmister, geboren Weihnachten 1945 in den Nachwehen des Zweiten Weltkriegs, ist die Verkörperung eines ganzen Musikstils, ist ungefragt zur Marke geworden, zum Symbol für den Rockstar, der keine Ausschweifung auslässt und sein Leben ganz in die Hände der Rock’n’Roll-Götter legt.

Von der Pub-Band in den Rock-Olymp

Der junge Lemmy wurde schon früh vom Rock’n’Roll infiziert, arbeitete unter anderem als Roadie für Jimi Hendrix und landete in den frühen 70ern als Bassist bei den psychedelischen Rockern von Hawkwind. Allerdings nicht für lang: nach dem einen oder anderen Vorfall wurde er 1975 rausgeschmissen, pfiff darauf und gründete kurzerhand Motörhead. Eine Legende war geboren: In den folgenden Jahren sollte Lemmy den beispiellosen Aufstieg von einer unbekannten lokalen Pub-Band zu einer der größten Rock-Bands der Welt miterleben. Benannt nach dem letzten Song, die er für Hawkwind geschrieben hatte, setzte die Band als Trio ihren Triumphzug an, vereinte Hard-Rock, Blues, Punk und Heavy-Metal in ihren dreckigen, rohen und herausgegrölten Songs.

Durchbruch mit „Ace Of Spades“

Richtig zur Sache ging es allerdings erst mit „Ace Of Spades“. Veröffentlicht 1980, konnte sich der gleichnamige Opener schnell als gewaltiger Hit durchsetzen und wird bis heute wie kaum eine zweite Nummer mit Motörhead in Verbindung gebracht. Archetypischer sind da wohl nur die kolossale Warze in Lemmys Gesicht, die längst sein Markenzeichen geworden ist, die „Rock-Dots“ im O des Bandnamens und die notorischen Exzesse des Frontmanns. Zwar musste selbst ein Lemmy Kilmister mit 70 Jahren einsehen, dass man sich vielleicht nicht doch nur von Whiskey-Cola und anderen Suchtmittelchen ernähren kann. Im Gegensatz zu anderen gealterten Rockstars pfeift er jedoch auf ärztlichen Rat, ist kurzerhand auf Wodka mit Orangensaft umgestiegen. Das ist es, was seine Fans an ihm lieben – ein Leben für den Rock’n’Roll, unbeugsam und unersättlich wie seine Zigaretten- und Spielautomatensucht.

Ein ganzes Lemmy-Imperium

Seit 1990 lebt Lemmy in Los Angeles, seit 1992 spielt seine Band in der gleichen Besetzung, mit „Bad Magic“ erscheint das beeindruckende 23. Motörhead-Studioalbum. Um die Band hat sich längst ein ganzes Merchandise-Imperium aufgebaut, es gibt Spiele, Figuren, Weine und so ziemlich alles andere. Lemmy lässt das kalt. Er kümmert sich nicht darum, ist seit 40 Jahren eben einfach der Typ, der in das viel zu hohe Mikrofon röhrt und leidenschaftlich gern Cowboyhüte trägt. Der Gerüchten zufolge mit über 1000 Frauen Sex hatte und jede Band von Metallica über Slayer bis hin zu Avenged Sevenfold mit seinem Sound, seinem Stil und seiner Attitüde beeinflusst hat. Es wird Zeit, den Hut zu ziehen für den Mann, der mehr Rock’n’Roll ist, als wir alle zusammen. Und der es auch auf „Bad Magic“ wieder mal geschafft hat, einen archetypisch rauchigen, kratzenden Hard-Rock-Geniestreich rauszuhauen.

WAS EUCH NOCH IN UNSEREM BLOG ERWARTET