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Foals: Mehr als eine Rockband

Bigmouth Strikes Again

Foals sind eine britische Rockband und doch so viel mehr. Ihre Kunst zeichnet sich durch einen nie stillstehenden Facettenreichtum aus. Auf dem neuen Werk „What Went Down“ darf man die fünf Oxforder nun wieder von einer ganz neuen Seite kennenlernen.

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Eine britische Rockband, die wirklich etwas auf sich hält, braucht zwingend einen markanten Frontmann. Granden wie Morrissey, Johnny Rotten, Damon Albarn und Liam Gallagher sind meine Zeugen. Es ist nicht nur die Musik, die ihre Bands so bedeutend macht, ein unverwechselbarer Querkopf am Mikro ist ein Muss. Dieser Maßstab gilt heute noch unverändert und jede neu aufkommende Band muss sich daran messen lassen. Im Falle der Foals ist die Frage schnell geklärt: Yannis Philippakis ist zweifelsohne ein besonderer Künstler.

Austeilen und einstecken

Die unverkennbarste Eigenschaft eines Alpha-Frontmannes erfüllt Philippakis spielend: Er ist ein herrliches Großmaul. Im Jahr 2013 gerade mit dem „Q Award“ als beste Live-Band ausgezeichnet, ließ es Philippakis sich nicht nehmen, Alex Turner von den Arctic Monkeys als Elvis-Imitator zu beschimpfen. Auch David Guetta bekam im gleichen Jahr öffentlich sein Fett weg. Und auch das Parieren beherrscht der Foals-Frontmann: Als Rou Reynolds von Enter Shikari es wagte, die Performance seiner Band bei den „NME-Awards“ zu kritisieren, schoss Philippakis scharf zurück.

Doch der britische Musiker mit griechischen Wurzeln ist weit mehr, als nur eine Haudrauf-Frontsau. Er ist Mastermind einer der musikalisch spannendsten Formationen der vergangenen Jahre. Die Band aus Oxford fiel von Anfang an durch ihren besonderen Ansatz auf, Rockmusik aus den engmaschigen Strukturen zu heben und für unkonventionelle Einflüsse zu öffnen. Genau so unkonventionell wie sich die Band oft gibt.

In eigener Sache

Bereits für ihr erstes Album „Antidotes“ reisten sie nach New York, um mit dem großartigen David Sitek von TV On The Radio aufzunehmen. Schlussendlich entschied sich die Band, die Version von Sitek tauge nichts, um das Material dann doch selbst abzumischen. Der Erfolg gab ihnen Recht, denn kurz darauf debütierte „Antidotes“ auf Platz Drei der UK-Charts. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte.

Die Musik von Foals wird gern als Math-Rock beschrieben, als Art-Rock oder auch Dancepunk. Was mit diesen etwas umständlichen Zuschreibungen vermutlich gesagt werden soll: Der Sound der Band ist etwas Besonderes. Oft sind die Songs sehr komplex strukturiert, bauen sich in vielen Ebenen auf und bekommen dann doch eine spielerische Leichtigkeit erzeugt, an der viele Kollegen scheitern. Das Geheimnis der Oxforder ist Talent und ein Händchen für das Unkonventionelle. Der nächste Beweis: „Total Life Forever“.

Erweitertes Repertoire

Das zweite Album der Band war ein Meisterwerk. In einer Spannbreite vom euphorisierten „This Orient“ über das groovende „Miami“ bis hin zur Ballade „Spanish Sahara“ zeigen die Foals die ganze Bandbreite ihres Könnens. Auch außerhalb des Vereinigten Königreichs schlugen die Fünf erstmals so richtig ein. Ein Erfolg, den sie mit dem Drittling „Holy Fire“ 2013 bestätigen können. Hier erweitern sie ihr üppiges Repertoire noch durch Dancefloor-Filler wie „My Number“ und saftige Bretter wie „Inhaler“.

Foals sind eine Rockband und doch viel mehr. Einflüsse von Funk bis Minimal Techno schlagen sich in ihrer Musik nieder. So gelingt es ihnen immer wieder, neue Facetten ihrer Kunst zu offenbaren, ohne jemals durch Stillstand zu langweilen. Dass sie diesen Ansatz auch auf dem kommenden Album „What Went Down“ mit Bravour umsetzen – Das steht außer Frage.

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