Kool & The Gang © Richard E. Aaron

Filmmusik: Die 10 besten Soundtracks

Die glorreiche Vergangenheit der Filmmusik

Mit dem Soundtrack zum Spider-Man-Sequel (im Jahr 2014) hat Hollywood mal wieder einen Score vorgelegt, der aus dem Stand zum Klassiker taugte. Grund genug für uns, nach den besten Musikmomenten in Serien jetzt auch eine Reise in die glorreiche Vergangenheit der Filmmusik zu unternehmen. Natürlich ist der Kandidatenkreis kaum überschaubar, die Auswahl extrem subjektiv – denn für jedes „Lied vom Tod“ gibt es einen „Paten“, für jedes „Purple Rain“ einen „Bodyguard“, für jedes „8 Mile“ einen „Rocky“. Aber die Diskussionswürdigkeit ist ja auch der ganze Spaß an solchen Listen. In diesem Sinne: Unsere Top 10 der besten Filmsoundtracks.

1) Trainspotting

Der Soundtrack zu Danny Boyles Drogendrama war das musikalische Erdbeben der 90er Jahre. Er ist wie kaum ein anderer Soundtrack mit seinem Film verschmolzen und funktioniert dennoch auch unabhängig als eine mit legendären Tracks vollgepumpte Compilation: Ob New Order („Temptation“), Pulp („Mile End“) oder Joy Division („Atmosphere“) – hier gibt sich eine ganze Generation britischer Musiker die Klinke in die Hand, garniert mit Gästen aus Übersee wie Lou Reed („Perfect Day“) oder Iggy Pop („Lust For Life“). Von Underworld Jahrhundertbrett „Born Slippy“ ganz zu schweigen.

2) Pulp Fiction

Keine Frage, Quentin Tarantino ist ein begnadeter Regisseur, aber ohne die stets arschcoolen Soundtracks würde seinen Filmen doch ein entscheidender Baustein fehlen. Und natürlich wurde das nie so deutlich wie bei „Pulp Fiction“: So ähnlich wie die Story des Genre-Cocktails ist auch die Songauswahl ein wilder Mix aus sexy, brutal und lustig. Nur bei Tarantino treffen sich Kool & The Gang („Jungle Boogie“), Dusty Springfield („Son Of A Preacher Man“) und Urge Overkill (das Neil Diamond-Cover „Girl, You’ll Be A Woman Soon“) auf derselben Platte.

3) Spiel mir das Lied vom Tod

Die unbestrittene Ikone unter den Soundtracks. Für den Italo-Western von 1968 inszenierte Sergio Leone ganze Passagen zum Rhythmus von Ennio Morricone Score, der verschiedene Melodien den einzelnen Protagonisten speziell auf den Leib schrieb. Wobei die klagende Mundharmonika als Schlüssel zum Verständnis des ganzen Films funktioniert. Das „Lied vom Tod“ zählt bis heute zu den bekanntesten Film-Kompositionen überhaupt.

Die besten Film-Soundtracks – unsere Playlist

4) Blues Brothers

Eine fantastische Band im Rücken, einige der Größten aller Zeiten an der Seite: John Belushi und Dan Akroyd konnten beim Soundtrack zu ihrem Klassiker nicht viel falsch machen. Haben sie dann auch nicht. Aber trotz der Gaststars wie James Brown, Aretha Franklin oder Ray Charles, trotz der unvermeidlichen Dauerbrenner wie „Everybody Needs Somebody To Love“ oder „Think“ sind es vor allem die Blues-Brothers-Versionen von Stücken wie „Sweet Home Chicago“ oder „She Caught The Katy“, die auch im Jahr 2114 noch jede müde Party auf Betriebstemperatur bringen werden.

5) Fight Club

Kaum zu glauben, dass sich Mainstream-Hollywood vor gerade einmal 15 Jahren noch so viel Anarchie traute: Heute ist David Finchers Prügel-Perle nach dem gleichnamigen Roman von Chuck Palahniuk längst Filmgeschichte. Nicht zuletzt dank des nihilistischen, von den Dust Brothers produzierten, Soundtracks, der so düster daherkommt wie die ganze Story. Highlights sind aber die beiden Fremdgänger der Platte: „Goin‘ Out West“ von Tom Waits und natürlich „Where Is My Mind?“ von den Pixies, das die Sprengung der Hochhäuser im Finale so atemberaubend untermalt, dass es von MTV auf Platz 1 der „Most Magic Music Moments In Movies“ gewählt wurde. Zu Recht.

6) Garden State

Scrubs-Schlingel Zach Braff höchstpersönlich kompilierte den Soundtrack zu seinem Indie-Klassiker „Garden State“ – und räumte dafür einen Grammy ab. Kein Wunder, wenn man Coldplay („Don’t Panic“), The Shins („New Slang“ und „Caring Is Creepy“) und Simon & Garfunkel („The Only Living Boy in New York“) unter eine gefühlige Slacker-Story legt. Dann kommt dabei schon mal eine Platte heraus, die so schön ist wie Natalie Portman als Sam.

7) Purple Rain

Einen überwältigenden Bastard aus R&B, Funk, Rock, Pop und Electro legte Prince 1984 als Soundtrack zu seinem ansonsten eher grenzwertigen (und sicher nicht so zeitlosen) Egotrip von einem Film vor: Nie waren die Achtziger so bombastisch, so überkandidelt, so geil wie im knapp neunminütigen Titeltrack. Nie war Prince so sehr König wie hier. Einen Oscar und zwei Grammy sackte er für „Purple Rain“ folgerichtig ein. Danach wurde das Genie endgültig wahnsinnig.

8) Die fabelhafte Welt der Amélie

So sehr Jean-Pierre Jeunets Kitschklassiker im Jahr 2001 auch von der Welt geliebt wurde, so sehr stieß er manch kühlem Kopf auch übel auf: Nicht nur Harald Schmidt, der den Film in einer legendären Tirade niedermachte, war die Story um die niedliche Audrey Tatou als Amélie Poulain zu zuckrig. Unbestritten bleibt, dass es keinen Soundtrack gegeben hat, der die Stimmung eines Films kongenialer umgesetzt hat als der Score von Yann Tiersen, zu dem auch 13 Jahre später noch jeder Großstadtneurotiker in eine bessere Welt flüchten kann.

9) The Amazing Spider-Man 2

Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, dass „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ zum Kino-Hit des Jahres wird. Unabhängig vom Film liegt das aber auch am Soundtrack, der als Komponisten zwei Blockbuster vereint: den allgegenwärtigen Hans Zimmer (der in diesem Jahrzehnt bereits dem DiCaprio-Knüller „Inception“ einen Score für die Ewigkeit aufs Zelluloid schneiderte) und den Mann der Stunde: Pharrell Williams, der zuletzt auf dem Soundtrack von „Despicable Me 2“ mit „Happy“ einen Hit unterbrachte, der  im wahrsten Sinne des Wortes die Welt zum Tanzen brachte. Ach so, und ein Duett von Kendrick Lamar und Alicia Keys gibt’s auch noch. So viel versammeltes Talent nennt man in Hollywood „Instant Classic“.

10) 8 Mile

„Lose Yourself“, das Kernstück von Eminem Biopic, ist ohne Zweifel einer der überragenden Rapsongs der Geschichte und hat sich seit Veröffentlichung 2002 zum „Eye Of The Tiger“ des neuen Jahrtausends entwickelt. Und trotzdem stinkt auch der Rest des Soundtracks nicht gegen den Übertrack ab: Neben Eminems Amoklauf „Rabbit Run“ sorgen illustre Gäste wie Nas, Jay-Z, 50 Cent, Gang Starr und Rakim dafür, dass ausgerechnet das Projekt, das Eminem endgültig zum gesellschaftlich akzeptierten Weltstar machte, weniger wegen des mauen Films und vielmehr ob seiner staubtrockenen HipHop-Compilation jeden Test der Zeit besteht.

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