Oasis © Andrew Macphearson

Die größten Feindschaften in der Musik

Wenn Zwei sich streiten, freut sich der Fan

In der Welt der Musik herrscht nicht immer eitel Sonnenschein. Wir verraten euch die 10 größten Feindschaften in der Musikwelt.

Wenn Zwei sich streiten, freut sich der Fan – denn wenig fesselt mehr als ein kräftiger Krach zwischen den Stars. Ob innerhalb der Band oder mit den schärfsten Konkurrenten der Branche, gekämpft wurde in der Musikgeschichte schon auf allen Feldern. Es dreht sich um gekränkte Eitelkeiten, künstlerische Differenzen oder schlicht gute Promo. Das ging oft unterhaltsam, manchmal peinlich und einmal sogar tödlich aus. Wir haben die spektakulärsten Streitigkeiten zusammengetragen: Die 10 besten Battles in der Musik – von Pop bis Rap bis Rock.

1) Oasis vs. Blur

Mitte der Neunziger Jahre auf der britischen Insel – Cool Britannia, die Renaissance des Swinging London, und mittendrin die Speerspitze des Britpop: Oasis und Blur gönnten sich nicht den Dreck unter den Fingernägeln, was zu schönen Anekdoten führte wie jener des Single-Duells zwischen „Country House“ und „Roll With It“ (das Blur für sich entschied, während Oasis die Langstrecke mit dem Album „(What’s The Story) Morning Glory?“ gegen „The Great Escape“ gewann), und zu unschönen Sprüchen wie jenem von Noel Gallagher, in dem er Damon Albarn HIV an den Hals wünscht. Heute lachen übrigens alle Beteiligten über jene goldenen Zeiten.

2) 2Pac vs. The Notorious B.I.G.

Tatsächlich ist hier die Frage, ob dieses Duell nicht korrekterweise Tupac Shakur vs. Christopher Wallace heißen müsste, schließlich verschwammen hier die Kunstfiguren mit den realen Persönlichkeiten. Am Ende kosteten die zum Ostküsten/Westküsten-Battle hochstilisierten Animositäten der ehemaligen Freunde beide Rapper das Leben. Immerhin, 2Pac hinterließ zu Kriegszeiten den furiosesten Diss-Track der HipHop-Geschichte („Hit ’em up“), Biggie gleich zwei Jahrhundertalben. Wie überflüssig ihre Tode aber wirklich waren, nahm B.I.G. schon in seiner Debütsingle „Party & Bullshit“ vorweg, als er Martin Luther King zitierte: „Can we all just get along?“

3) Paul Simon vs. Art Garfunkel

Die größten Duelle gab es in der Rockgeschichte innerhalb der eigenen Band: Lennon und McCartney, Jagger und Richards, Tyler und Perry, die Gallagher-Brüder. In den meisten Fällen führten die Kämpfe zu kreativer Befruchtung. Bei den ewigen Streithähnen Paul Simon und Art Garfunkel führten sie spätestens Mitte der 80er zum Zerwürfnis, als Simon die Vocals von Garfunkel für eine gemeinsame Platte löschte und das Projekt stattdessen solo veröffentlichte. Der fade Beigeschmack der tiefen Abneigung, die beide Legenden füreinander empfinden sollen, begleitete sie auch auf ihrer großen „Old Friends“-Reunion-Tour 2003.

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4) Elton John vs. Madonna

Die ehemaligen Freunde pflegen ihre Feindschaft nun schon seit über einem Jahrzehnt. Alles begann, als der gute Elton Madonnas „Die Another Day“ – völlig zu Recht – als schlechtesten Bond-Song aller Zeiten bezeichnete. Seitdem lässt er kaum eine Gelegenheit aus, der „Queen of Pop“ einen Spruch zu drücken, die wiederum mit der ganz kalten Schulter kontert – Zucker, dieser Zickenkrieg!

5) Axl Rose vs. Guns N’ Roses

1991 waren Guns N’ Roses mit dem Albumzwilling „Use Your Illusion I & II“ die größte Rockband der Welt und gleichzeitig ein überkandideltes Entertainment-Ereignis, wie es heutzutage nicht mehr gebaut wird. Es folgte eine Implosion, die in der Musikgeschichte ihresgleichen sucht: Im Laufe der 90er verließen mit Slash, Izzy Stradlin, Duff McKagan und Steven Adler sämtliche Mitglieder des ursprünglichen Line-ups die Band – alle genervt von Axls Allüren. Noch heute macht der Sänger mit Gastmusikern unter dem legendären Bandnamen weiter – er kämpft sozusagen weiter gegen Guns N’ Roses, nämlich gegen den ehemals so glorreichen Ruf der Gruppe.

6) Eminem vs. Mariah Carey

Auf seinen frühen Alben knöpfte Eminem sich die ganze Popwelt vor: Britney, Christina, ’N Sync, Fred Durst, Puff Daddy, J.Lo – vor ihm war damals niemand sicher. Auch Wortgefechte mit Rap-Kollegen scheute der Wunderknabe aus Detroit nie. Seinen skurrilsten Beef trug der wütende weiße Junge aber mit seiner Ex-Freundin Mariah Carey aus. Mit „Superman“ und „Bagpipes From Baghdad“ veröffentlichte der Rapper gleich zwei Songs über die Beziehung der Beiden, worauf Mariahs Ehemann Nick Cannon ihn zu einem Faustkampf herausforderte. Die Sängerin selbst antwortete mit dem Song „Obsessed“ und dem dazugehörigen Video, das sie im Eminem-Outfit zeigt. So spektakulär kann Streit im Showbusiness ausarten.

7) Courtney Love vs. Dave Grohl

Ähnlich wie bei Elton und Madonna ein ziemlich einseitiger Fight, dessen Bedeutung in diesem Fall durch die Verbindung der beiden Kontrahenten zu Kurt Cobain die besondere Note erhält. Aber die gemeinsame Trauer hinderte Love nicht daran, den früheren Nirvana-Drummer und heutigen Foo-Fighters-Frontmann immer wieder öffentlich zu diskreditieren – egal, ob es um die Nachlassverwaltung von Nirvana oder um Loves (und Cobains) Tochter Frances Bean ging. Die wurde von Grohl sogar angebaggert, behauptet Love. Grohl sparte sich einen Kommentar zu der abenteuerlichen Anschuldigung, die sogar von Frances Bean persönlich ins Reich der Fabeln verwiesen wurde.

8) Britney Spears vs. Christina Aguilera

Zugegeben, dieses Duell ist eine zweischneidige Angelegenheit: Einerseits steht das Duell der beiden Popsternchen-Prototypen exemplarisch für den letzten großen Bubblegum-Pop-Boom um die Jahrtausendwende (seinerzeit trugen die Backstreet Boys und ’N Sync noch einen zweiten großen Battle aus). Fast zeitgleich und vor den Augen der Öffentlichkeit vollzogen die Mädels aus dem Micky Mouse Club einen Reifeprozess, während dem sie sich gegenseitig in versexten Videos und Auftritten zu übertrumpfen versuchten. Andererseits verloren weder Spears noch Aguilera seinerzeit je ein böses Wort über die Rivalin. Eine Disziplin und Medienfertigkeit, wie man sie heutzutage nur von Profifußballern kennt.

9) Jay-Z vs. Nas

Pac und Biggie lieferten sich ihren Beef am Ende vor allem auf dem Boulevard, aber Jigga und Nas brachten das Spiel Anfang der Nullerjahre wieder zurück auf den Platz – und dort zogen sie alle Register. Auf seinem Albumklassiker „The Blueprint“ legte Jay-Z 2001 mit „Takeover“ vor, einem Track, auf dem er Nas und Mobb Deep angreift, unterlegt mit einem The-Doors-Sample des Songs „Five To One“. Nas antwortete mit „Ether“, dem Diss-Track seines Albums „Stillmatic“. Beide Songs gehören zu den großen HipHop-Stücken der Nullerjahre. Jay-Zs Antwort auf „Ether“ – das hastig zusammengeschusterte „Super Ugly“ – konnte das hohe Niveau nicht mehr halten, so dass Nas nicht nur in einer Umfrage unter den Hörern des HipHop-Radios Hot 97 zum Sieger des Battles gewählt wurde. 2005 begruben die beiden Rapper schließlich das Kriegsbeil.

10) Taylor Swift vs. Boyfriends

Wer sich mit ihr einlässt, muss sich nicht wundern, wenn er in einem Song verwurstet wird: Taylor Swift macht aus ihrem Herzen keine Mördergrube, und wer ihr das Herz bricht, dem bricht sie beide Beine – zumindest mit Worten. Man frage nur nach bei John Mayer, dem sie die Abrechnung „Dear John“ widmete. Oder One-Direction-Sänger Harry Styles, dem sie ihren Welthit „We Are Never Ever Getting Back Together“ auf die Hühnerbrust geschneidert hat – sogar das nachgeäffte „I still love you“ am Telefon im Mittelteil des Songs soll eine 1a-Styles-Parodie der unterschätzten Komikerin Swift sein.

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