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Die 10 besten Musikmomente in Serien

Der richtige Soundtrack zu den Bildern

Trennungen, Tiefpunkte, Tod – wir leiden mit den Protagonisten unserer Lieblingsserien, als wären sie gute Freunde. Wir kriegen Bauchschmerzen und haben schon das ein oder andere Tränchen verdrückt. Ein simples und doch so wirksames Mittel, um den packendsten Szenen den letzten emotionalen Kick zu geben, ist der richtige Soundtrack zu den Bildern. Wir haben für euch die 10 besten Serienmomente zusammengestellt und verraten euch, welcher Song dazu läuft.

1) Six Feet Under (Sia – „Breathe Me“)

Die letzte Folge dieser pechschwarzen Dramödie gilt vielen Liebhabern als bestes Serienfinale aller Zeiten, was zu keinem geringen Teil an den letzten Minuten liegt, in denen zu Sias „Breathe Me“ enthüllt wird, wie alle übrig gebliebenen Protagonisten sterben. Selten hat das Ende einer Ära den Zuschauer so zufriedengestellt, selten ist ein Song so unwiderruflich verschmolzen mit den Szenen, die er untermalt.

2) The Sopranos (Journey – „Don’t Stop Believin'“)

Über das Finale der Sopranos wird unter Serienfreunden bis ans Ende aller Tage diskutiert werden, es wird auch in 10, 20, 30 Jahren gehasst, geliebt, bestaunt werden. Worauf sich die streitenden Geister aber immer einigen werden, ist der Song: „Don’t Stop Believin‘“ von Journey, diese ewige Working-Class-Hymne für den urbanen Großraum der USA, wird in den Clubs und Bars zwischen Kalifornien und Massachusetts gerne als Rausschmeißer-Song gespielt – es ist das Stück, das die letzte Runde ankündigt. Könnte es einen passenderen Soundtrack für das Ende der amerikanischsten aller Serien geben?

3) Californication (Pearl Jam – „Nothingman“)

Warum ist die Läuterung des Arschlochs für den Zuschauer immer so ein erfüllender Moment? Nicht dass Hank Moody wirklich ein Arschloch wäre, kein Californication-Fan würde das je bestätigen. Er bringt sich eben nur zu gerne mit unkonventionellem Verhalten in Teufels Küche. Als er in der ohnehin herzergreifenden Weißt-du-noch?-Folge „In Utero“ seiner Karen am Ende einen entschuldigenden Liebesbrief schreibt, den so nur Hank Moody schreiben kann, steckt auch dem härtesten Hedonisten ein Kloß im Hals – weil die schönste aller Pearl-Jam-Ballade zu dieser versoffenen Romantik genau die richtigen Töne trifft.

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4) Breaking Bad (TV On The Radio – „DLZ“)

„Stay Out Of My Territory!“ – Diese Worte markierten eine Sternstunde des frühen Heisenberg, als er zwei vermeintlichen Rivalen auf dem Baumarktparkplatz eine klare Ansage bezüglich seines Einflussbereichs machte. Tatsächlich ziehen die beiden Männer wortlos ab – und spätestens jetzt ist Walt nicht mehr der farblose Chemielehrer, als den wir ihn vor 17 Episoden kennenlernten. Untermalt wird die lässige, bedrohliche, eiskalte, irgendwie unwirkliche Szene von dem trockenen, sich langsam aufbauenden „DLZ“ der New Yorker Klangkünstler TV On The Radio. Ein What-The-Fuck-Moment, wie ihn in dieser Ästhetik nur Breaking Bad zaubern konnte.

5) O.C., California (Jeff Buckley – „Hallelujah“)

Das weiß ja heutzutage kaum noch jemand, dass O.C., California, dieses so abgeschmackt anmutende Teenie-Drama damals einen Sommer lang wirklich jeden fesselte, vom Eishallen-Gangster bis zum Surfer-Dude, von den 15-jährigen Mädels selbstverständlich ganz zu schweigen. Das lag an den Abgründen, die in dieser Serie unter jeder Oberfläche lauerten – und an einigen klassischen Musikmomenten der Seriengeschichte. Highlight war Jeff Buckleys „Hallelujah“ ganz am Ende des Staffelfinales, als alle Protagonisten von kleinen und großen Krisen erschüttert werden. Großes Emo-Fernsehen. Andererseits würde „Hallelujah“ natürlich auch einen Stein zum Weinen bringen.

6) True Blood (Jace Everett – „Bad Things“)

Jace Everett? Kennt kein Mensch, ist aber auch egal. Sein Song ist die Musik zum True-Blood-Intro, dem mitreißenden und wahrscheinlich kunstvollsten Vorspann der TV-Geschichte, der so perfekt zur sexy-schwülen Südstaatenatmosphäre der Serie passt. Alles, was „True Blood“ ausmacht, ist in den Bildern und insbesondere in der Musik dieser knapp anderthalb Minuten enthalten. Ein unwiderstehlicher Sog. „Bad Things“ ist damit der einzige Musikmoment in diesem Ranking, der in jeder Folge passiert. Und das auch noch gleich am Anfang.

7) Scrubs (The Fray – „How To Save A Life“)

Große Musikmomente hatte die oft so alberne Krankenhaus-Comedy im Dutzend – das absurde JD- und Turk-Duett „Guy Love“, Peter Gabriels „The Book of Love“, die Musical-Folge undsoweiter. Mit „How To Save A Life“ von The Fray, einer von JD häufiger zitierten Band („Wenn ich an manches zurückdenke, höre ich immer diesen The-Fray-Song …“), wurde ein besonders schlechter Tag von Dr. Cox besonders dramatisch untermalt – und erreichte damit, was alle großen Musikmomente in Serien erreichen sollten: dem Zuschauer eine emotionale Achterbahnfahrt aus Am-Boden-zerstört und Himmelhochjauchzend bescheren. Ganz nebenbei erlebte der sympathische Unsympath Dr. Cox hier seinen menschlichsten Moment.

8) The Wire (The Pogues – „The Body Of An American“)

The Wire stand nie im Verdacht, die Musik als effektheischendes Mittel einzusetzen, im Gegenteil: Die Geschichte, die Dialoge, aber auch das Ungesagte, standen immer im Vordergrund. Und jede einzelne Szene der fünf hochklassigen Staffeln funktionierte auch für sich, ohne Überhöhung durch Pop oder Rock. The Wire überließ dem Zuschauer das Urteil über seine Gefühle, ohne mit dem musikalischen Holzhammer nachzuhelfen. So wirkt selbst das gute alte „The Body Of An American“ von den irischen Saufbolden The Pogues, von der ganzen Truppe angestimmt zum letzten Schnaps auf den verstorbenen Ray Cole, höchst filigran und fast unauffällig in den Plot eingewoben – aber deshalb nur umso bewegender.

9) How I Met Your Mother (Florence And The Machine – „Shake It Out“)

Wir hätten uns auch für „I’m Gonna Be (500 Miles)“ von den Proclaimers entscheiden können, Marshall’s Roadtrip-Song. Oder für Tom Waits „Downtown Train“, das in der Version von Everything But The Girl die ersehnte Szene untermalt, in der Ted endlich die Mutter seiner Kinder trifft. Oder den „Simple Song“ von The Shins am Ende von Staffel 8. Oder oder oder. Aber kein Song passt so gut zum grenzenlosen Optimismus, der die Show immer auszeichnete, zur hoffnungslosen Romantik und der Man-muss-es-nehmen-wie-es-kommt-Lässigkeit, mit der sich die 20-35-jährigen Fans der Show so gut identifizieren konnten, wie „Shake It Out“ in jenem Moment, als der liebeskranke Ted in einem Meer von gelben Regenschirmen verschwand.

10) Mad Men (The Rolling Stones – „(I Can’t Get No) Satisfaction“)

Wer hätte gedacht, dass Mick Jagger jemals seine Entsprechung, einen Bruder im Geiste, in einer amerikanischen Fernsehserie finden würde. Gut, Jon Hamm alias Don Draper sieht besser aus, hat andere Sorgen und ist wahrscheinlich auch psychisch labiler als der agile Rolling Stone, aber auch er schafft es einfach nicht, „Satisfaction“ zu finden, so sehr er es auch versucht, versucht, versucht. Und ganz nebenbei fängt die Szene aus dem Jahr 1965, die wir hier beschreiben, jene hohe nostalgische Kunst von „Mad Men“ ein, die von der Serie perfektioniert wurde. Danach muss der Zuschauer erst einmal eine rauchen.

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