AX Kolumne Blog Fuchs Teufels Wild

Paul ist tot

Die Beatles-Verschwörungstheorie

Nicht einmal mehr zünftige Verschwörungstheorien kennen diese jungen Leute. Dass Paul McCartney längst tot ist, gehört offenbar nicht zur Allgemeinbildung da draußen.

Konferenzsituation, neulich: Ein Kollege lässt eine Referenz an die Theorie fallen, dass Paul McCartney ja längst tot sei, wissendes Lächeln meinerseits, der Rest der Gruppe: betretenes Schweigen, geradezu freche Ahnungslosigkeit. Ja, Leute, so wird das nichts mehr, wenn selbst die rudimentärsten Pop-Theorien nicht mehr geläufig sind. Wird den Heranwachsenden in der Schule denn nur noch Programmier- und BWL-Unsinn beigebracht?!

Künstlerseite Paul McCartney (c) Tim OSullivan

Zur Paul McCartney Künstlerseite – Foto (c) Tim OSullivan

Autounfall 1966

Also: The-Beatles-Mastermind Paul McCartney starb im Jahr 1966 an einem Mittwochmorgen um fünf Uhr in seinem Austin Healey bei einem Autounfall und wurde durch einen gewissen William Shears ersetzt. Da er verbrannte und keiner seiner Zähne am Unfallort gefunden wurde, konnte der Tod damals nicht zweifelsfrei bewiesen werden. Sein Management wollte alles vertuschen und besorgte eben jenen Shears als Doppelgänger. Beweise gefällig? Bitte sehr!

Sachdienliche Hinweise

Auf dem Cover des Albums „Revolver“ ist zum ersten Mal eine segnende Hand (= Symbol des Todes) über dem Kopf McCartneys zu sehen. Ein Motiv, das sich auf dem legendären Collagen-Cover von „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ wiederholt. Dieses Mal gehört die „Originalhand“ Stephen Crane, einem Autor, der mit Ende Zwanzig starb. Wie McCartney. Die Puppe rechts auf dem Cover hat auf dem Knie eine weißes Austin-Healey-Spielzeugauto. Exakt jener Wagen also, in dem McCartney starb. Auf dem anderen Knie: ein blutiger Autofahrerhandschuh.

Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band - Album Cover

Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band

Nur drei Kerzen brennen

Auf der Rückseite der Plattenhülle deutet George Harrison mit einer Hand auf die Textzeile „Wednesday Morning At Five O’Clock“. Wann soll McCartney gestorben sein? Richtig, an einem Mittwoch um fünf Uhr morgens. Das reicht noch nicht? Dann weiter mit der munteren Fahrt: Im Booklet zum Album „Magical Mystery Tour“ sitzt McCartney an einem Schreibtisch mit der Aufschrift „Iwas“ (ich war), auf dem Cover von „Very Together“ ist ein Kerzenständer mit vier Kerzen (für vier Bandmitglieder) zu sehen. Es brennen aber nur drei von ihnen … Und so weiter, und so fort.

The One And Only Billy Shears

Wichtigster bildlicher Hinweis neben zig „merkwürdigen“ Songstellen: das berühmte Cover von „Abbey Road“, das mit dem Zebrastreifen. Hier ist McCartney als einziger Beatle barfuß. Warum das? Nun, in Großbritannien werden die Menschen barfuß bestattet … Das ist natürlich auch alles anders interpretierbar, genauso wie die Textzeile „So May I Introduce To You The One And Only Billy Shears“ auf „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ (wir erinnern uns: Shears, der Doppelgänger), denn „in echt“ dürften sich ja alle wirren Theorien in Luft auflösen. Schließlich ist das prägnante Bass-Spiel von Paul McCartney selbst vom besten Doppelgänger nicht zu imitieren. Doch, hups, im August 1966 verkündeten die Beatles völlig überraschend und auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, künftig nicht mehr live aufzutreten. Spätestens jetzt wissen wir alle, warum.

Hier liest du mehr von unseren Kolumnisten:



  • http://blog.artistxite.de/ Florian

    Da muss erst der HipHop-Typ kommen und den Fachleuten die Beatles erklären :D.