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Xabi Alonso, Musikgott

Hoffnung im hoffnungslosen Raum

Über den abstoßend schlechten Musikgeschmack von Fußballprofis haben wir auch an dieser Stelle bereits ausdauernd gelästert. Doch einer gibt nun Hoffnung: Xabi Alonso, Stilikone, Musikgott.

Wenn man Kollege Pommerenke auf den grotesk miesen Musikgeschmack der kickenden Vorbilder anspricht, dann wird aus einem in sich ruhenden jungen Mann binnen Sekunden ein Tobender, der vor lauter Kopfschütteln droht, den bemützten Kopf vom Halse abzuwerfen. Warum nur, warum? Es ist nicht zu verstehen, genauso wenig, wieso Currywurst im Stehen genossen mit einem Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent veranschlagt wird, im Sitzen verspeist aber mit neunzehn Prozent. Ähnlich kurios das Helene-Fischer-Faible der juvenilen Balltreter, dem sich nun einer entzieht: Xabi Alonso, der schöne Mann, einst Real Madrid, nun Bayern München.

Ein Twitter-Profil als Pilgerstätte

Beides keine Adressen, wo ansonsten mehrfach am Tag dem Underground gehuldigt wird, doch Alonsos Musiksammlung ist ein Hort des geschmäcklerischen Vergnügens, wie seine Tweets bei Twitter beweisen. Da nimmt der Spanier gerne mal Bezug auf Indie-Helden wie My Bloody Valentine, Dinosaur Jr. oder Low, teasert ein bisschen Bon Iver hier, ein wenig Lou Reed da an. Dazu: Teenage Fanclub, Swans, Morrissey, Arcade Fire, Alabama Shakes, Wilco, The Stone Roses … Ein Teufelskerl, ein Weltmeister nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch an der heimischen Anlage! So hat sich sein Account mittlerweile zum Hotspot nicht nur für tumbe Fußballnetzprolls (Stichwort: „Shalalala“) entwickelt, sondern auch als Anziehungspunkt für Kenner des Indie-Sektors.

Er lebe hoch!

Denn während bei Fußballveranstaltungen in England – wie jüngst geschehen – Supergruppen wie The Charlatans auftreten, dröhnt aus den überdimensionalen Kopfhörern hierzulande ja immer noch … nun, wie soll man es höflich ausdrücken … der totale Dreck. Da galt dann ja schon der unangenehme Mehmet Scholl als „cooler Musiknerd“, nur weil er als Erster im Bayern-Mannschaftsbus die Sportfreunde Stiller gehört hat. Das muss man sich mal vorstellen. Deshalb: ein Hoch, nein, zwei, drei, viele Hochs auf Xabi Alonso!

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  • dachlatte77

    lieber marco fuchs!
    mehmet scholl hier(oben erwähnt).
    ich bin über ihren artikel gestolpert und finde sehr erstaunlich,dass alonso soo schöne musik hört.darüber kann ich mich sehr freuen.
    dass sie mich als unangenehm empfinden,das ist völlig in ordnung und darüber braucht man nicht zu diskutieren,
    bei einem punkt ihres artikels würde ich gerne einhaken.
    sie behaupten mein wissen über indie musik beschränkt und beschränkte sich auf die sportfreunde.das ist ebenso reisserisch wie einfach nicht richtig.
    meine liebe zur musik ist,ähnlich wie bei ihnen hoffe ich ,stets gewachsen.
    diese entwicklung, an neuer indie musik interessiert zu sein ,hört hoffentlich niemals auf.
    was uns eint ist mit sicherheit die liebe zu den bands wiearcade fire,glasvegas,youth lagoon,augustines,champs,…..
    ich habe diese und andere bands niemals vorgestellt,weil ich für mich persönlich etwas haben wollte,sondern weil diese begnadeten musiker eine breitere aufmerksamkeit verdienen.
    ….und ich höre diese bands niemals nach dem coolness faktor,
    da lieber herr fuchs würde ich gerne wissen ,ob wir gleich ticken!!!!!
    liebe zur musik spüre ich nämlich in ihrem artikel wenig.ich will aber nicht glauben,dass dem so ist.
    hochachtungsvoll mehmet