Alabama Shakes (c) Beggars Group

Alabama Shakes: Jack Whites Soul-Lieblinge

Die soulige Blues-Rock-Sensation Alabama Shakes verankerte sich mit nur einem Album im musikalischen Bewusstsein der Vereinigten Staaten.

Ihr zweites Album „Sound & Color“ macht die nächste Sensation perfekt.

Das passiert nun wirklich nicht alle Tage. Da treffen sich ein paar Klassenkameraden nach der Schule zum Musizieren, nehmen ein paar Cover-Songs auf – und mausern sich binnen eines Jahres von den Kleinstadt-Kids zur nächsten großen Roots-Rock-Sensation, deren Songs für Werbespots verwendet werden und die auf prestigeträchtigen Festivals spielt. Alabama Shakes haben eine Traumkarriere hingelegt – und dabei doch nur die Musik gespielt, die sie in sich tragen.

Soul, Blues, Americana und Rock, eine Nische irgendwo zwischen Otis Redding und Led Zeppelin, das alles mit enorm viel Seele und Spirit, vorgetragen von Brittany Howard, die oft, gern und nicht unberechtigt mit Janis Joplin verglichen wird. Noch bevor ihr Erstling „Boys & Girls“ im April 2012 erschien, konnte man schon einen Preis für die beste Live-Darbietung absahnen, kein Jahr nach Veröffentlichung gab es für das Debüt Gold in den USA.

Diese Band trägt eine Urgewalt in sich, die in der heutigen Musik äußerst selten geworden ist.

Mehr als 500.000 verkaufte Alben einer eben noch völlig unbekannten Band, das ist wirklich bemerkenswert. Warum sogar Koryphäen wie Jack White erklärte Fans der Formation aus Alabama sind, warum sie praktisch über Nacht zur nächsten großen Sensation im Soul/Blues-Rock-Becken wurden, wird jedem klar, der ihre Musik hört: ehrlich, erdig, ungeschminkt, keine Spur von falschem Pathos oder heuchlerischer Trittbrettfahrerei. Die 60er hallen in Howards Stimme ebenso nach wie in den jaulenden Gitarren, und das ist auch auf dem neuen, zweiten Album „Sound & Color“ so.

Wenn man schon mit dem ersten Werk Gold abräumte, einen Grammy gewann, bei „Saturday Night Live“ spielte und von so ziemlich jedem als Heilsbringer der seelenvollen Rock-Musik angesehen wird, ja, kann man das dann mit dem Nachfolger überhaupt noch toppen? Die Alabama Shakes auf jeden Fall. Und warum? Weil sie sich all die Jahre nicht über derlei Dinge Gedanken gemacht haben. Und bestimmt nicht jetzt damit anfangen werden. Diese Band trägt schlichtweg eine Urgewalt in sich, die in der heutigen Musik äußerst selten geworden ist.

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