Mark Knopfler [c] Ken Sharp

Mark Knopfler: Die scheue Gitarrenlegende

Mark Knopfler – Niemand hat einen solchen Trademark-Sound

Als Mitglied der Dire Straits wurde er zu einem der erfolgreichsten und berühmtesten Gitarristen der Welt. Seit 20 Jahren begeistert Mark Knopfler auch solo mit seinem seelenvollen Spiel.

Niemand spielt die Gitarre so wie er. Niemand bringt sie so zum Singen, niemand entlockt ihr derart gefühlvoll-bittersüße Akkorde wie er. Niemand hat einen solchen Trademark-Sound. Mark Knopfler, geboren am 12. August 1949 im windigen Glasgow, ist einer der beste Gitarristen der Welt. Er ist einer der wenigen, dessen markantes Spiel man nach wenigen Sekunden erkennt. Das machte die Dire Straits mit über 85 Millionen verkauften Alben zu einer der erfolgreichsten Rock-Bands aller Zeiten. Für knapp 20 Jahre dominierten Knopflers rauer Gesang und sein seelenvolles Gitarrenspiel die Charts, Konzertsäle und Herzen der gefühlvollen Rock-Gemeinde, mit Stücken wie „Sultans Of Swing“ oder dem mehr als 30 Millionen Mal verkauften Klassiker „Brothers In Arms“ verschaffte er den Dire Straits einen festen Platz in ewigen Rock-Kanon.

Wenn es nach ihm ginge, wäre niemals ein Dinosaurier nach ihm benannt worden.

Mitte der 90er war das Ende der Band gekommen. Es ist nahezu unmöglich, den genauen Zeitpunkt der Auflösung zu bestimmen, irgendwann wurde die Geschichte der Dire Straits schlicht und ergreifend nicht mehr weitergeschrieben. Die des Mark Knopfler hingegen schon. Heute sagt der schottische Gitarrenheld, dass er von Anfang an wusste, irgendwann andere Wege gehen zu müssen. Diese neue Wanderung begann 1996 für ihn – mit dem hochgelobten Album „Golden Heart“. Seither ist viel passiert: Duette mit James Taylor oder Van Morrison, Konzerte und Albumaufnahmen auf der ganzen Welt, Soundtrack-Kompositionen, Benefizkonzerte, gar eine gemeinsame Konzertreise mit Bob Dylan. Wie es sich für einen Rockstar gehört, der schon zu Beginn seiner Solokarriere alles erreicht hatte, verwendete Knopfler seine Energie dafür auf, seine Träume zu verwirklichen und Gutes zu tun. Und natürlich seine geliebten Gitarren zu spielen. Fender hat Knopfler am liebsten. Der legendäre Gitarrenhersteller widmete der Ikone mit der „Hot Rod Red“ gar ein Signature-Modell in seiner Lieblingsfarbe.

Heute ist Mark Knopfler 65 Jahre alt, lebt zurückgezogen im Londoner Stadtteil Notting Hill und spielt immer noch viel lieber Gitarre, als Interviews zu geben. Seine Geschichte ist die eines Rockstars ohne Skandale, eines von der Musik getriebenen und geretteten Schotten, der in seinem Spiel versinken kann wie kein Zweiter. Der Ruhm ist ihm nicht angenehm, wenn es nach ihm ginge, wäre niemals ein Dinosaurier – der Masiakasaurus knopfleri – nach ihm benannt worden. Doch er weiß, dass er ihm auch seine unbezahlbare Gitarrensammlung und sein Home-Studio zu verdanken hat – eine janusgesichtige Angelegenheit, die nach vielen Jahren des Zauderns allerdings altersmilder Genügsamkeit gewichen ist.

Das hört man auch seinem neuen Album „Tracker“ an. Nach Ausflügen in die Weiten des Country oder die Heimeligkeit der Folklore gibt es darauf ein Wiedersehen (wohl eher ein Wiederhören) mit dem großen Sehnsuchtssound, der ihn in den 80ern unsterblich gemacht hat. Wie immer ohne Plektrum und mit den Fingerkuppen gespielt, wie immer vorgetragen mit unverkennbar belegter Stimme, macht diese Rückkehr zum epischen Rock-Sound der 80er gleichzeitig seinen Frieden mit der Legendenwerdung des Mark Knopfler. Und spätestens, wenn sich der Schotte bei den anstehenden Sommerkonzerten wieder von seiner spektakulären Gitarrenarmada umgibt, ist er wohl einmal mehr heilfroh darüber, wie letztlich alles gekommen ist.

Hört hier direkt ins Album rein:

 

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