RA [c] Andra

RA: Nordisch kalter Post-Punk

Für Freunde des gepflegten Noise-Rock und düsteren Post-Punk

Das noch junge Jahr, hält jetzt bereits einen vielversprechenden Newcomer parat: Das Quartett RA stammt aus dem südschwedischen Malmö und hat mit „Scandinavia“ ein großartiges Debütalbum aufgenommen.

Passend betitelt, erweist sich RAs „Scandinavia“ so frostig und finster wie der lang anhaltende skandinavische Winter. Bei ihrer aufwühlenden Musik standen Bands wie Joy Division ebenso Pate wie Chrome und The Jesus Lizard oder deren Vorgänger Scratch Acid. Das Quartett, bestehend aus Simon Minó, Erik Blondell, Felix Mårtensson und Martin Nilsson, existiert seit 2012 und legt nun nach den beiden EPs „Bloodline“ und „Ra-Remixes“ (mit Remixen von Trentemøller, Bam Spacey und Noe Spagato) sowie der Single „These Days“ sein erstes komplettes Album vor: „Scandinavia“. Den an 80er-Psych-Rock wie Loop oder Spacemen 3 erinnernden Sound ihrer ersten EP haben RA auf ihrem Album weitgehend hinter sich gelassen und entwickeln sich von psychedelisch hin zu brachial.

Gleich Opener „These Days“ legt mit einer fiesen Gitarre los, die bei Big Black nicht hätte schriller klingen können. Bei „In My Veins“ poltert das Schlagzeug, als wäre es in einer Tiefgarage aufgenommen worden, der Bass pumpt und die Gitarre sägt. Ihrem Mix aus Noise und Post-Punk-Rhythmen fügen RA noch eine Dosis Industrial hinzu. Minós wehklagender Gesang kommt stets aus dem Hintergrund, verzerrt und mit Hall unterlegt, als weiteres Instrument in den Mix eingebettet. Bei „The Void“, der zweiten Single des Albums, werden RA noch durch Julia Ringdahl von ihren Labelkollegen Hey Elbow unterstützt, deren Gesang geisterhaft im Hintergrund herumspukt.

Bei RAs Musik standen Bands wie Joy Division ebenso Pate wie Chrome und The Jesus Lizard oder deren Vorgänger Scratch Acid.

Der Titelsong vereint dissonante Keyboards mit einem martialisch klingenden Marschrhythmus auf der Snare und stellt eigentlich nur ein kurzes Zwischenspiel dar. Dafür entfesseln RA bei „Prism“ und dem hervorragenden „Bloodline“ ein raues Noise-Inferno. Zur Abrundung hätten sie der Sammlung noch einen langen, langsamen Track hinzufügen können, wie das 2013 auf der „Bloodline“-EP erschienene, an Velvet Underground erinnernde „Cult Of Silver“.

Produziert von Joakim Lindberg (MF/MB/) und aufgenommen von Mathias Oldén, erscheint „Scandinavia“ bei dem in Stockholm beheimateten Label Adrian Recordings. Es ist gut, dass sich noch Bands wie RA zusammenfinden. Noise-Rock ist nicht totzukriegen, und „Scandinavia“ ist jetzt schon eine der besten Platten des Jahres 2015.

Hier findet ihr das Album auf artistxite.de:

Scandinavia - RA (c) 7 Digital

Scandinavia im artistxite Shop


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