Eskimo Callboy [c] Rovi

Eskimo Callboy: Die neuen Dandys des Metalcore

Es ist Zeit für eine Wachablösung

Eskimo Callboy beweisen mit ihrer jüngsten Großtat „Crystals“, wie gut sich Metal und Pop vertragen. Da kommt selbst HipHop nicht zu kurz!

Sie waren immer schon für jeden Spaß zu haben. Waren sich für nichts zu schade. Haben herzhaft über andere gelacht, konnten aber immer am besten über sich selbst herziehen. Das erfordert Größe. Das hat Eskimo Callboy binnen weniger Jahre vom durchgeknallten Geheimtipp zur größten deutschen Metalcore-Sensation seit Callejon werden lassen. Und die Boys aus Castrop-Rauxel haben noch weit mehr Potenzial: Im Gegensatz zu vielen Kollegen hört das nämlich nicht bei markigen Metalcore-Shouts, brettharten Riffs und typischen Breakdowns auf. Oh nein. Damit fängt es erst an. Was die Callboys auf „Crystals“ zusammengerührt haben, besitzt das Potenzial zum ganz großen Ding und ist ein ebenso mutiger wie wichtiger Grenzgang zwischen Metal und Pop, ein bewusstes Spiel mit Klischees, das zusammenbringt, was eigentlich immer schon zusammengehört hat.

Tourneen ohne Ende und Preise für die beste Nachwuchsband

Vielen schmeckt das nicht, schon klar. Sollen sie eben weiter ihre Slayer-Kutte tragen und ignorieren, dass auch ihre Lieblingsband nur so groß geworden ist, weil sie irgendwann den Mut aufgebracht hat, neue Wege zu gehen. Gewisse Dinge erstmals zu kombinieren. Also machten sich ein paar blutjunge Typen vor rund fünf Jahren daran, Trancecore zu spielen. Sie gaben sich aber nicht damit zufrieden und zeigten schon auf dem Debüt „Bury Me In Vegas“ deutliche Tendenzen in Richtung Electro, Dubstep oder Pop. Das kam an: Schnell spielte man auf den größten Festivals und tourte sich den Allerwertesten mit Bands wie The Devil Wears Prada oder Callejon ab. Preise für die beste Nachwuchsband gab es außerdem, Tourneen in Europa und Japan, Millionen Youtube-Klicks und massenweise Fans folgten.

Was die Callboys auf „Crystals“ zusammengerührt haben, hat das Potential zum ganz großen Ding.

Vielleicht ist es als Glücksgriff zu sehen, dass Castrop-Rauxel nicht gerade der Nabel der Welt ist, die Herren Callboy also mehr als genug Zeit haben, ihre Musik weiterzuentwickeln. „Crystals“ ist nämlich abermals ein gewaltiger Sprung, bietet in „Best Day“ mit Sido einen wahrhaft außergewöhnlichen Gast und wird weiterhin polarisieren. Doch das will die Band natürlich. Bewusst anecken, mit den Klischees von der Metal-Boyband spielen. „Für mich ist das eher ein Kompliment“, meint Sänger Kevin Ratajczak folgerichtig dazu. Und warum auch nicht? Wer Eskimo Callboy ablehnt, eben nur weil sie ein wenig bunter, schriller oder poppiger sind als Heaven Shall Burn, dem entgeht eine gewaltige Party. Aufzuhalten sind die Boys aber eh nicht mehr – Next stop Rockstar-Olymp!

Hier findet ihr das Album auf artistxite.de:

Crystals - Eskimo Callboy (c) 7 Digital

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