Findus: Unverkennbar norddeutsch

„Ich bin gelangweilt von dir und deinen Ideen“, heißt es im neuen Song „Quatscherei“ der Hamburger Poppunk-Band Findus, der Ende Januar auf der gleichnamigen EP erscheint. Eine Zeile, die in ihrer Entschlossenheit gut zum neuen Sound von Findus passt, seitdem sie mit ihrem 2014 erschienenen dritten Album „Vis A Vis“ rauer klangen als je zuvor. Am Montag waren Gitarrist Danny Steinmeier und Schlagzeuger Timo Meinen zu Besuch im Hamburger ByteFM-Studio. Das Interview ist hier zu lesen.

ByteFM: Auf eurer EP sind vier unveröffentlichte Songs. Gab es die schon, als ihr euer Album aufgenommen habt?

Danny: Ja, wir hätten sie sogar auf das Album packen können, denn die Songs stammen von der gleichen Session und sind schon etwas älter.

ByteFM: Warum kamen sie nicht auf das Album?

Danny: Wir hatten schon davor geplant, eine EP herauszubringen.

Timo: Aber auch, weil einige Songs einfach zu stark waren.

ByteFM: An dieser Stelle ein kurzer Hinweis: Danny ist inzwischen ein Team-Mitglied von ByteFM und damit ein hochgeschätzter Kollege. Nach dem letzten Besuch hier im Magazin hat er einfach entschieden, da zu bleiben. Du warst wahrscheinlich dankbar, dass wir deine Band gespielt haben, oder? (Alle lachen)

Danny: Also ich höre das Radio schon länger, als es die Band gibt.

ByteFM: Was bedeutet eigentlich der Titel der neuen EP? Das klingt ja erstmal komisch, ist es humoristisch gemeint?

Timo: Nein, es ist eigentlich genau das Gegenteil. „Quatscherei“ ist ja auch ein Song auf der EP und er räumt mit allen Sachen auf, die einen nerven: Langeweile, falsche Beziehungen, schlechte Jobs …

Danny: Eigentlich sind wir für die Songnamen auch nicht die richtigen Ansprechpartner, denn wir haben nicht den Text dazu geschrieben.

ByteFM: Beim Song Quatscherei fällt schon auf, dass ihr Fans von Jens Rachut und Oma Hans seid. Stimmt das?

Danny: Ja, schon. Aber noch mal: Wir sind eigentlich nicht wirklich die Stimme der Band, aber was die Musik angeht, ist es ja schon Punkrock. Und dann kommt man ja gerade in Hamburg nicht um Leute wie Rachut herum.

ByteFM: Ich habe bei euch oft das Gefühl, dass ihr ziemlich norddeutsch klingt. Also nach diesem Sound, den auch Turbostaat machen. Habt ihr in eurer Jugend auch so was gehört?

Timo: Ja, diese Musik hat uns schon immer begleitet.

Danny: Und irgendwie ist es ja schon die gleiche Ursuppe. Gerade auf Oma Hans konnten wir uns schon immer alle einigen.

ByteFM: Mit dieser neuen EP ändert sich auch die Band-Infrastruktur. Euer Label Delikatess Tonträger wird eingestellt. Die EP ist die letzte Veröffentlichung. Wer hat das Label eigentlich betrieben?

Danny: Wir haben es damals mitgegründet, aber betrieben wurde es von Lisa, Katrin und Fred. Das sind Freunde von uns, die uns seit Jahren begleiten. Und sie meinten dann leider: Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören.

ByteFM: Ihr habt für eure EP einen Film produziert. Könnt ihr was darüber erzählen? (Anm. d. Red.: Wir haben für euch den Film oben im Beitrag direkt eingefügt)

Timo: Ja, anstatt zu jedem Song ein Video zu machen, haben wir uns entschieden, etwas anderes zu machen, und zwar einen Film, in dem es um die vier Songs auf der EP geht.

Danny: Den Film haben auch Freunde von uns gemacht. U. a. mein Mitbewohner, mit dem ich jahrelang auf dem Sofa FIFA gespielt habe. Und er ist wirklich toll geworden.

ByteFM: Wo kann man das Video sehen?

Danny: Auf allen Kanälen. Auf unserer Webseite, YouTube und Facebook.

ByteFM: Was ändert sich für euch mit dem Labelaustritt?

Danny: Also erst mal, dass wir gerade kein Label mehr haben. Aber wir sind eigentlich ziemlich entspannt und gehen erst mal auf Tour. Und dann kommen ja schon der Festivalsommer und neue Aufnahmen für ein neues Album.

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