Björk [c] Inez van Lamsweerde und Vinoodh Matadin

Ausblick: So gut wird das Rock- und Indie-Jahr 2015

Die letzten Jahresrückblicke sind gerade erst durch, da richten wir den Blick schon auf das Rock- und Indie-Jahr 2015. Wir sagen nur: Radiohead, Tool, Muse, Noel Gallagher … klar soweit?

Beginnen wir mit dem Wackelkandidaten Nummer eins: Tool. Seit 2006 lassen uns die alternativen Rock-Tüftler auf neues Material warten, mittlerweile gilt wenigstens als gesetzt, dass sie sich im Studio befinden. Sogar Bilder davon haben wir gesehen, Gerüchte vernommen von epischen, verschachtelten Mammutkompositionen. Wir sagen: her damit! Das letzte Album „10.000 Days“ mag großartig, gewiss auch überlebensgroß sein. Aber können Tool vielleicht noch mehr? Zuzutrauen ist ihnen alles. Diese Qualität teilen sie sich auch mit Metallica. Die sind schon seit gefühlt 20 Jahren im Studio, um den Nachfolger von „Death Magnetic“ aufzunehmen. Was kann da eigentlich so lange dauern? Wissen wir auch nicht, der aus neuen Songschnipsel zusammengeschnittene Track „The Lords Of Summer“, den Metallica seit einiger zeit live zocken, klingt aber schon mal verdammt gut.

Metallica (c) Rovi

Metallica (c) Rovi

Ganz sicher mit einem neuen Album zurückmelden werden sich hingegen die Alternative-Rock-Neuerfinder Faith No More. Die Könige kehren schon im April mit neuen Songs zurück – ganze 18 Jahre nach ihrem eigentlichen Abschied, dem chimärenhaften Wechselbalg namens „Album Of The Year“. Ein erster Vorgeschmack, die ahnungsvolle Single „Motherf___er“, macht zumindest richtig Lust auf eine weitere Großtat der Altmeister. Weit weniger alt sind die englischen Post-Hardcore-Kids von Bring Me The Horizon. Nach dem beinharten und vor Verzweiflung überkochenden „Sempiternal“ scheint eine gewaltige Kursänderung bevorzustehen: Mehr Indie, mehr Pop, mehr Rock, weniger Metal. Aber weil Bring Me The Horizon eben Bring Me The Horizon sind, werden sie damit sowieso einmal mehr zum großen Trendsetter.

Ein Album jedoch wird mit größerer Spannung erwartet als jedes andere hier erwähnte.

Sie spielten sich von Album zu Album weiter in Richtung Olymp: Die Deftones sind für viele der Inbegriff des modernen, des emotional aufgeladenen und berstend intensiven Alternative-Rock. Nach dem fantastischen letzten Werk „Koi No Yokan“ (2012) liegt die Erwartungshaltung also locker in astronomischen Höhen – ein Druck, dem die Kalifornier als eine der ganz wenigen Bands gewachsen sind. Wann ihr achtes, noch unbetiteltes Album erscheint, ist noch nicht sicher. Ebenso wenig, ob es sich um das lang vertagte Werk namens „Eros“ handelt. Als gesetzt gilt nur: es wird etwas ganz Besonderes. Und wenn wir schon bei besonderen Dingen sind, wollen wir hier auf keinen Fall PJ Harvey vergessen. Die nimmt gerade den Nachfolger des vielfach preisgekrönten „Let England Shake“ auf – und das teilweise als Kunstinstallation in London! Ja, Indie geht eben immer noch visionär und anders.

Radiohead (c) Danny Clinch

Radiohead (c) Danny Clinch

Was noch? Fast zu viel zum Aufzählen! Imagine Dragons sorgen im Februar mit „Smoke And Mirrors“ wieder für alternative Cinemascope-Genüsse, Oasis-Mastermind Noel Gallagher meldet sich kurz darauf mit seiner nächsten Großtat „Chasing Yesterday“ (eine Anspielung auf die seligen Oasis-Tage?) zurück, mit „Kintsugi“ gibt es im März außerdem endlich neues Material von den amerikanischen Indie-Darlings Death Cab For Cutie.

Wie es aussieht, können wir auch auf die neuen Alben von Pop-Chamäleon Björk, der Grammy-Preisträger Halestorm, der wieder erstarkten Garbage, der ewigen Rock-Weiterdenker Muse, der Red Hot Chili Peppers, Volbeat, Band Of Horses oder Jack Whites The Dead Weather warten. The Smashing Pumpkins werden mit „Day For Night“ das Doom-Metal-Schwesteralbum zu „Monuments To An Elegy“ auf den Markt bringen und Coldplay mit „A Head Full Of Dreams“ vielleicht zum letzten Kapitel der megaerfolgreichen Geschichte laden.

Ein Album jedoch wird mit größerer Spannung erwartet als jedes andere hier erwähnte; Natürlich ist die Rede von Radiohead, den ewigen Querköpfen, der alternativsten aller Alternative-Bands, den Indie-Göttern, den Dissidenten. Was sie auch tun werden: die ganze Welt wird darüber sprechen. Wir natürlich auch!

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