Ty Segall (c) Rovi

ByteFM empfiehlt: 10 Albumtipps für 2015

Die Musik der Gegenwart ist vor allem: eine einzige Überforderung. So segensreich das Internet mit all den digitalen Produktionsmöglichkeiten für die Erschaffung neuer Musik auch ist, so unübersichtlich ist die Liste der täglich neu erscheinenden Songs. Das ist im neuen Jahr nicht anders. Damit Ihr Euch im Dschungel der Neuveröffentlichungen nicht verlauft, haben wir zehn Alben ausgewählt, auf die man sich 2015 freuen kann – von leise bis laut, von elektronisch bis rockig, von avantgardistisch bis nostalgisch.

Die wohl frischeste Neuerscheinung stammt vom kalifornischen Sänger und Musiker Ty Segall. Inwiefern sich die mit „Mr. Face“ betitelte und am 13. Januar erschienene EP wie das letzte Vorgängeralbum „Manipulator“ an Psychedelic-Rock der 1970er-Jahre orientiert, ist bisher jedoch noch nicht bekannt. Ähnlich psychedelisch, aber musikalisch ganz anders geht es weiter mit „Circuitous„, dem neuen Album des New Yorker Beat-Produzenten Eric Porter Douglas aka Afrikan Sciences. Auf den Spuren von Sun Ra und seiner afrofuturistischen Idee einer Besiedelung des Weltalls zur Rettung der Menschheit, wandelt Douglas‘ Musik zwischen gebrochenen Instrumental HipHop, Electronica und Free Jazz.

Apropos Free Jazz. Das experimentelle Trio Zs aus Brookyln lotet auf seinem kommenden Album „Xe“ (27.1) musikalische Extreme zwischen erbarmungslosem Noise, US Hardcore und zeitgenössischem Free Jazz aus. Ähnlich herausfordernd wie die Musik der drei New Yorker Musiker, wenn auch etwas mehr auf den Punkt gebracht, sind wohl die neuen Alben zweier Bands, die seit jeher intelligente Sozialkritik mit der Wonne lauter, verzerrter Gitarren verbinden. Liebhaber von schnellen Blastbeats, verzerrten Gitarren und sozialkritischen Shoutings, können sich sowohl auf ein neues Album der schwedischen Hardcore-Band Raised Fist („From The North“) als auch auf „Apex Predator – Easy Meat“ (23.1), die neue Platte der britischen Grindcoreband Napalm Death, freuen.

Kontemplativer geht es auf den nächsten Alben zu. Neben dem am selben Tag erscheinenden Album des britisch-malischen Musikkollektivs Africa Express, auf dem die Musiker das legendäre Stück „In C“ des US-amerikanischen Minimal-Music-Komponisten Terry Riley interpretieren, beginnt das Jahr mit einem Highlight für Freunde des Horrorfilms. Auf „Lost Themes“ versammelt der legendäre Regisseur, Produzent und Filmkomponist John Carpenter (u.a. Halloween 1-3, Vampire, Das Dorf der Verdammten) erstmals ausschließlich eigene Kompositionen, die nicht für einen Film vorgesehen sind. Am Sound ändert das jedoch nur wenig. Wie gewohnt flirren die nicht selten am Kitsch vorbeischleifenden Synthesizer in der Luft, unterstützt von elektronischen Beats, die es nicht aus den 80er-Jahren herausgeschafft zu haben scheinen.

Eine Musik, die ganz im Gegenteil von der Gegenwart erzählt, stammt vom kanadischen Elektronikmusiker und Produzenten David Psutka aka Egyptrixx. Das zwischen Soundinstallation und Clubmusik changierende Album „Transfer Of Energy [Feelings Of Power]“ klingt mit seinen futuristisch-metallischen Drones, geisterhaften Geräuschkulissen und entschlackten Beats jedenfalls so fremd und eigenartig, als stamme es nicht von dieser Welt.

Sehr der Erde und den kleinen wie großen Problemen des menschlichen Zusammenlebens verhaftet, ist hingegen die legendäre Indiecombo The Notwist, die am 30. Januar mit „Messier Objects“ ein neues Album veröffentlicht. Enthalten sind ausschließlich Stücke und Songskizzen, die zunächst als Auftragswerke für Filme und Soundtracks gedacht waren.

Im Februar erscheint mit „Late Night Endless“ das lang ersehnte Album von Sherwood & Pinch, die als eine der vielversprechendsten Kollaborationen des Jahres nichts weniger als eine Generationen-Kluft überbrücken. So steht der 56-jährige Musikproduzent Adrian Sherwood, der seit den frühen 70er-Jahren auch als DJ und Labelinhaber tätig ist, für den traditionellen jamaikanischen Dub, den er maßgeblich mit beeinflusste, während der aus Bristol stammende Rob Ellis aka Pinch zunächst als einer der zentralen Dubstep-Pioniere in Erscheinung trat und seit ein paar Jahren mit seinem Label Cold Recordings die Zukunft der basslastigen Clubmusik bestimmt.

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