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Wu-Tang Clan: Es bleibt in der Familie – Hintergrund

Seit über 20 Jahren ist der New Yorker Wu-Tang Clan die Instanz in Sachen Eastcoast-HipHop. Dieser Tage erscheint ihr neues Album „A Better Tomorrow“.

Was Anfang der 90er Jahre in Staten Island, New York, zusammen fand, verursacht heute noch durch bloße Nennung der Namen bei HipHop-Fans Gänsehaut: RZA, GZA, Method Man, Ghostface Killah, (Cappadonna), Raekwon, U-God, Inspectah Deck, Masta Killa und der mittlerweile verstorbene Ol‘ Dirty Bastard sind das mächtige Fundament, auf dem der Wu-Tang Clan seit mittlerweile gut 20 Jahren steht. Eine außergewöhnliche Mischung aus Charakteren und Talenten, jeder für sich schon ein Star, zusammen unschlagbar.

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Eine Kombination, die es ihnen erschwerte, ein Plattenlabel zu finden. Schließlich wollten sie die Zusicherung, dass neben dem Clan auch jeder noch als Solokünstler aktiv sein dürfe. RCA war schließlich bereit zu solch einem Deal, der sich auch für das Label lohnte: „Enter The Wu-Tang (36 Chambers)“ schoss den Clan direkt an die Spitze des Eastcoast-HipHop und gilt bis heute als eines der besten und einflussreichsten Alben, nicht nur der HipHop-Historie. Wie geplant gaben sich die Mitglieder damit nicht zufrieden und agierten vom jetzt etablierten Mutterschiff aus mit Soloprojekten: RZA startete unter anderem mit Prince Paul die Gravediggaz, Method Man lieferte mit „Tical“ ein Meisterwerk ab und Ol‘ Dirty Bastard erschuf mit „Return To The 36 Chambers“ einen HipHop-Meilenstein. Nicht zu vergessen: „Liquid Swords“ von GZA und Raekwons „Only Built 4 Cuban„. Es waren große Zeiten für den Clan!

Vier Jahre nach dem Debüt kamen sie wieder als produktive HipHop-Familie zusammen und nahmen „Wu-Tang Forever“ auf. Ein Platz 1-Album, nominiert für den Grammy, Doppelplatin. Der Startschuss für eine erneute Solo-Initiative, aus der vor allem der von RZA komponierte Soundtrack zu Jim Jarmuschs Film „Ghost Dog“ herausstach. Nicht zu verleugnen aber der zunehmende Überdruss bei Fans und Kritik an den teilweise lieb- und wahllos erscheinenden Alben der einzelnen Wu-Tang-Mitglieder. Wieder war es RZA, der den Weg zurück zum Thron wies: Seine Produktion von „The W“ führte den Clan wieder zu Doppelplatin und auch die Wirren um Ol‘ Dirty Bastards Knastausbruch und erneute Festnahme konnten den Hype nicht mindern.

Eine außergewöhnliche Mischung aus Charakteren und Talenten, jeder für sich schon ein Star, zusammen unschlagbar.

Das nächste Album „Iron Flag“ sollte sich als Zwischenalbum in der Karriere der „Shaolins“ erweisen. 2004 war ein turbulentes Jahr: U-God verließ die Gruppe, die ein überraschendes Live-Comeback gab und im November einen tragischen Verlust beklagen musste: Ol‘ Dirty Bastard brach im Studio der Crew zusammen und verstarb noch in der selben Nacht. War der Wu-Tang Clan damit auch tot? Es schien so. Die Mitglieder veröffentlichten zahllose Soloalben, ein Comeback, bei dem RZA auf Wunsch der anderen nicht für die Produktion verantwortlich sein sollte, endete mit Release-Verschiebungen und im Desaster. „8 Diagrams“ wurde im Jahr 2007 ein kaputt produziertes, niemals die Klasse früherer Veröffentlichungen erreichendes Album.

So überraschte vor drei Jahren die Ankündigung, dass mit „A Better Tomorrow“ das nächste Album angegangen würde. Aus dem Release 2012 wurde nichts, aus dem Ersatztermin 2013 ebenfalls nicht. Als alle bereits mit dem finalen Aus der legendären HipHop-Crew rechneten, platzte die Bombe: Jetzt endlich, kurz vor Ende des Jahres 2014 erscheint „A Better Tomorrow“ nun doch. Die Familie lebt also weiter, die HipHop-Geschichte wird weiter geschrieben. Der Wu-Tang Clan demonstriert, wer die gefährlichste Gang in der Stadt ist.

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