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The Flaming Lips: Die furchtlosen Freaks – Hintergrund

Nach 30 Jahren im Indierock-Geschäft sind The Flaming Lips dank der kuriosen Freundschaft mit Miley Cyrus plötzlich auch vom Mainstream entdeckt worden. Jetzt erscheint ihr Beatles-Coveralbum „With A Little Help From My Fwends“, das unter anderem ein Duett mit – genau! – Miley Cyrus enthält.

So unoriginell wie beim Namen ihrer ersten EP waren sie nie wieder: „The Flaming Lips“ nannten die Indierocker aus Oklahoma City 1984 ihre erste Veröffentlichung. Damals noch Mark Coyne am Mikro, der direkt danach die Gesangsstelle an seinen Bruder Wayne weitergab. Eine weise Entscheidung. Schnell spielten sie sich in den USA eine treue Fanbase zusammen. Verschnörkelte Alben, krude Texte, wahnwitzige Konzerte – The Flaming Lips waren schon immer eine etwas andere Band. Erst recht, als sie sich ab Mitte der 90er Jahre auch elektronischen Elementen öffneten. Legendär ihre Parkplatz- und Ghettoblaster-Sessions, bei denen Freiwillige simultan Songs der Flaming Lips aus unterschiedlichen Abspielgeräten ertönen ließen.

1999 gelang ihnen dann der eigentlich schon nicht mehr für möglich gehaltene Durchbruch: Das Album „The Soft Bulletin“ mit den Hitsingles „Waiting For A Superman“ und „Race For The Prize“ erzählte nicht nur fantastische Geschichten, sondern war auch musikalisch mit seinem orchestralen Indiesound plus elektronischer Zutaten ein gewaltiger Wurf.

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Doch wer The Flaming Lips als Albumkünstler wahrnimmt, verpasst die Hälfte, Okay, für „Yoshimi Battles The Pink Robots“ bekamen sie sogar einen Grammy, aber ihr Universum besteht auch aus einem Science-Fiction-Film, einer wunderbaren Dokumentation namens „The Fearless Freaks“ und ihren abgedrehten Bühnenshows: Kunstblut, Konfetti, Kostüme – The Flaming Lips verwandeln ihre Shows immer wieder gerne zu Happenings. Ihre schier nie enden wollende Experimentierfreude hat sie teils zu Projekten geführt, an die sich andere vor lauter Respekt gar nicht erst getraut hätten.

So verspielt, so clever, so gewaltig weitergedacht hat man Stücke der Über-Band aus Liverpool wohl noch nie gehört.

So auch das jetzt erscheinenden Coveralbum „With A Little Help From My Fwends„, auf dem die US-Musiker Stücke von The Beatles neu interpretieren. Eine Idee, an der man sich schon verheben kann, denn außer dem großartigen „If I Were A Carpenter“-Album kranken die meisten dieser Ansätze an mangelnder Originalität oder schlicht den Mitteln, die Originale zu dekonstruieren und spannend neu zusammen zu setzen.

With A Little Help From My Fwends - The Flaming Lips (c) 7 Digital

With A Little Help From My Fwends (c) 7 Digital

Gut, dass es The Flaming Lips gibt. Denn so verspielt, so clever, so gewaltig weitergedacht hat man Stücke der Über-Band aus Liverpool wohl noch nie gehört. The Flaming Lips interpretieren dabei die Songs des 1967er-Albums „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ und können auf eine illustre Auswahl musikalischer Partner zurückgreifen: Moby, My Morning Jacket, J Mascis, Phantogram und Grace Potter sind nur einige von ihnen und natürlich ist auch die neue, kuriose Gespielin der Flaming Lips mit am Start: Miley Cyrus tauchte ja schon im Vorfeld gemeinsam mit den Jungs auf der Konzertbühne auf, hier ist sie auf „Lucy In The Sky With Diamonds“ zu hören.

Ein abgefahrenes Album, ein spannendes, ein hochklassiges Werk. Alle Einnahmen gehen übrigens an die „Bella Foundation„, eine Non-Profit-Organisation, die in der Heimatstadt der Flaming Lips, Oklahoma City, einkommensschwache, kranke und ältere Menschen bei der Bezahlung ihrer Tierarztrechnungen unterstützt. Yes, I get by with a little help from my friends …

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Hört hier ins Album rein:

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