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Tech-Blog: So geht HiFi heute – der Umstieg

HiFi-Turm 2.0 – mindestens!

Dieser Moment machte mich schon ein wenig ergriffen! Vor mir steht treu zu Diensten mein langjähriger Begleiter, mein musikalischer Freudenspender: mein HiFi-Turm. Geschichtet aus imposant dimensionierten Einzelkomponenten. Vollverstärker, CD-Player, DAT-Rekorder, Tape-Deck, Plattenspieler. Daneben, hoch aufgeschossenen, die passiven Standlautsprecher. Dazu ein Berg aus Audio- und Stromkabeln sowie die beachtliche Fernbedienungs-Armada. Doch nun war der Tag gekommen um Abschied zu nehmen. Meine Entscheidung war gefallen! Ich wollte das ganz große Upgrade – den HiFi-Turm 2.0, mindestens! Aber was genau wollte ich da eigentlich? Keine Frage: einfach alles!

Tech Blog - HiFi X (c) Alexis Schaar

Tech Blog – HiFi X (c) Alexis Schaar

Meine gesamte Musik in einem zentralen Archiv auf dem Rechner, und das in hörbar bester Qualität. Von den Audio-Komponenten erwartete ich erstklassigen Klang, und das bei minimalistisch-kompaktem Design und komfortabler Bedienung. Beschallung bis in die Küche und bei Bedarf auch ins Bad, aber ohne lästige Kabel. Und, als i-Tüpfchelchen, mobiler Zugriff auf das komplette Archiv – alles hören und das überall.

Der Grundstein für das zentrale Musikarchiv war bereits gelegt: Neben den als Download erworbenen Alben hatte ich meine umfangreiche CD-Sammlung über die Zeit nahezu vollständig auf die Rechnerplatte gerippt und ins iTunes importiert. Und das in bester Qualität, also unkomprimiert als WAV oder zumindest mit einem Lossless-Codec (Apple Lossless). Ohne hörbaren Klangverlust bei halbierter Datenmenge. Die aktuellen Festplatten bieten reichlich Platz, beherbergt doch jedes Terrabyte ca. 1500 randvolle CD-Alben in unkomprimierter WAV in CD-Qualität (16-Bit/44,1 KHz) oder ca. 3000 Lossless-Alben. Cover und Artwork fand ich im Netz, etwa bei discogs.com.

Das richtige Audio-Interface

Herzstück meines neuen HiFi-Systems ist das externe Audio-Interface. Die meist kleinen, Pult-förmigen Geräte passen bequem neben den Rechner und werden über USB, Firewire oder auch Thunderbolt verbunden. Hier sollte man nicht sparen! Die Güte des Audio-Interfaces ist zentral für die Wiedergabequalität der Musik, denn hier findet die Wandlung vom Digitalen ins Analoge statt. Das Kästchen ist aber auch meine analoge Schaltzentrale, also Lautstärkeregler, Audio-Ausgang für die Aktiv-Lautsprecher, Kopfhörerverstärker sowie Audio-Eingang für externe Zuspieler, etwa den guten alten Plattenspieler (mit vorgeschaltetem Phono-Entzerrer). Einzig den Plattenspieler wollte ich nämlich nicht abwracken, hat Vinyl für mich doch nach wie vor seinen ganz besonderen Charme und Klang! Auch wollte ich noch viele der Vinyl-Schätze digitalisieren, also über das Audio-Interface in den Rechner aufnehmen, restaurieren und zum Archiv hinzufügen.

Für mich als Musiker war die Wahl schnell klar: Es sollte ein professionelles Audio-Interface vom Tonstudio-Ausrüster sein. Hört sich teuer an, ist es aber nicht unbedingt. Los geht es schon ab etwa 100€. Echte Oberklasse-Interfaces, die mit massiv teureren HiFi-Boliden meist absolut auf Augenhöhe sind, bekommt man schon ab ca. 500€. Vorteile solcher Interfaces sind die exzellenten Klangeigenschaften, die hohe Bauteil- und Verarbeitungsqualität sowie die besonders zuverlässigen und schnellen Treiber. Wer zuhause auch DJ-Software nutzen möchte, wie etwa Native Instruments Traktor, sollte beim Kauf auf einen separat ansprechbaren Vorhör-Ausgang achten.

Die Wahl der richtigen Lautsprecher

Fehlte nur noch Ersatz für meine passiven Standlautsprecher. Das Anforderungsprofil: Linearer Frequenzgang, also unverfälschter Klang. Beste Auflösung, also hoher Detailreichtum. Plastisches und exaktes Stereobild mit viel Tiefenstaffelung. Aktive Bauart, also mit eingebauter Endstufe, da ich ja bewusst auf einen wuchtigen Verstärker verzichten wollte. Und kompakt sollten sie sein, dabei aber genug Leistung zum gelegentlichen Abfeiern bieten. Auch hier lohnt sich der Gang zum Tonstudio-Ausrüster – und ausführliches Probehören! Ab einem Budget von ca. 300€ gibt es Brauchbares, ab ca. 700€ bis 1300€ schon wirklich Feines (pro Paar, 4“-6“ Größe, also Nearfeald-Monitore). Ich jedenfalls wurde schnell fündig und habe mich für ein kleines 2.1 Subwoofer-Satelliten-System entschieden.

Da sitze ich nun vor meinem HiFi-„Türmchen“ X.0, wieder ein wenig ergriffen: Diesmal allerdings ist es die Euphorie des Aufbruchs!

 Alle  Links zum selber bauen:

 Audio-Interfaces (Auswahl, Preise aufsteigend)

Studio-Monitore (Auswahl, Preise aufsteigend)

Bezugsquellen (Auswahl)

Ab jetzt bloggt Maquinista regelmäßig für euch im Tech-Blog. Verpasst auf keinen Fall die nächsten Kolumnen von ihm: „Wie handle ich Musik Downloads aus anderen Musikshops mit meinem iTunes“ und „Das drahtloses Musiknetzwerk für Zuhause und unterwegs“.

Weitere Kolumnen findet ihr hier:



  • PhilippAX

    Die Links zu den Audio-Interfaces sind super. Da werde ich mir mal was feines zusammenstellen.

  • Soph

    das Komplete Audio 6 ist super. Gibts auch bei Thomann, momentan für 229 Eur http://www.thomann.de/de/native_instruments_komplete_audio_6.htm :)

  • Friedich89

    schöner blog! danke das ihr auch mal an die technik-nerds denkt 😉

    könnt ihr auch mal was über dj-equipment bringen??

    • PhilippAX

      Da kommt sicherlich auch bald mal was :)