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DJ Koze: Der Remix-Virtuose – artistxite Porträt

Spätestens seit dem Erfolg seines 2013er Werks „Amygdala“ wird DJ Koze von einem weiten Publikum als Produzent gefeiert. Mit seinem neuen Remix-Album „Reincarnations Pt 2“ bietet er nun den neuen Bewunderern auch die Chance, seine enormen Qualitäten im Umgang mit den Werken anderer Musiker zu bestaunen.

Es ist eigentlich ein Wahnsinn, was Stefan Kozalla alias DJ Koze sich schon alles aufs Visitenkärtchen schreiben kann. Etwa seine Projekte Fischmob (mit Cosmic DJ, Stachy und dem schrecklichen Sven) und International Pony (ebenfalls mit Cosmic DJ, aber in diesem Fall durch Erobique ergänzt), die ohne Zweifel zu den zeitlos schönsten Kollaborationen der Hamburger Musikszene gehören. Aber auch unter eigener Flagge hat es der gebürtige Flensburger zu beachtlichem Renommee gebracht, absolvierte gefeierte Auftritte bei zahlreichen wichtigen deutschen Festivals und wurde mehrfach von den Lesern kredibiler Medien wie Spex, de:Bug und Intro zum DJ des Jahres gewählt.

DJ Koze - Amygdala (c) Rovi

DJ Koze – Amygdala (c) Rovi

Seinen bisher größten Erfolg brachte Koze das 2013er Album „Amygdala“ ein, das auf seinem 2009 gegründeten Label Pampa Records erschien. Das erkannte man sowohl in der hüftsteifen deutschen Musikindustrie („Echo“-Kritikerpreis) als auch bei Musikconnaisseuren wie Pitchfork, die „Amygdala“ sensationelle 8,6 von 10 Punkten und das Gütesiegel „Best New Music“ verliehen. Erstmals schaffte es der Hamburger auch in die deutschen Charts und konnte bis auf Platz 61 vorpreschen.

Oft schaffte es der Hamburger mit seinen Arbeiten, die eigentliche Vorlage noch um Längen zu übertreffen.

Ein Feld, auf dem DJ Koze es ebenfalls zu internationalem Ansehen brachte, ist das Remixen. Was 1999 mit einem Remix des Blumfeld-Songs „Tausend Tränen Tief“ einen ersten Höhepunkt fand, wurde durch spätere Arbeiten noch getoppt. Auf „Reincarnations (The Remix Chapter 2001-2009)“ nahm sich Koze so verschiedene Künstler wie Hildegard Knef, Matthew Dear und Nôze vor, um ihnen den ganz besonderen Feinschliff zu verleihen. Oft schaffte es der Hamburger mit seinen Arbeiten, die eigentliche Vorlage noch um Längen zu übertreffen. Ein Kunststück, an dem sich viele versuchen und ebenso viele kläglich scheitern.

DJ Koze - Reincarnations - The remix chapter 2001 - 2009 (c) Rovi

DJ Koze – Reincarnations – The remix chapter 2001 – 2009 (c) Rovi

Nun ist endlich die Zeit für eine Fortsetzung gekommen: „Reincarnations Pt 2“. Koze denkt dieses mal größer und wagt sich an internationale Größen wie Caribou, WhoMadeWho, Gonzales und Moderat heran. Und je größer die Vorlage, desto größer die Aufgabe – und desto größer auch, wie in diesem Fall, das Ergebnis. Denn es bleibt nicht beim Versuch, die bestehenden Tracks einfach noch einmal in grün herauszubringen, Koze durchzieht alles mit seiner eigenen virtuosen Handschrift. Wer hört, was er aus Herberts „It’s Only You“ oder Apparats „Black Water“ zaubert, wird verstehen, was einen wirklich guten Remix auszeichnet.