Camera

Camera mit Remember I Was Carbon Dioxide – ByteFM Empfehlung

Die Berliner Band Camera ist ein popmusikalisches Phänomen. Denn ihr schneller Erfolg beweist: Mit der richtigen Strategie schafft es selbst eine verschrobene Post-Krautrock-Band, Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Das Berliner Trio erspielte sich seinen Ruf als „Guerilla-Band“ vor allem mit öffentlichen Auftritten in der Hauptstadt, meistens nachts und illegal. Spätestens nach ihrem größten Coup vor zwei Jahren, einem Spontan-Gig auf dem Herrenklo bei der Echo-Verleihung, wurden sie einem größeren Publikum bekannt.

Krautrock, Postrock und 70er-Jahre-Psychedelic Momente des gemeinsamen Jammens

Doch das hört man ihrem zweiten Album “Remember I Was Carbon Dioxide”, das wie schon der Vorgänger auf dem Hamburger Label Bureau B erschienen ist, nicht an. Denn immer noch sind es die Grundzutaten des Krautrock, die den Sound der Band dominieren. Das wird bereits im ersten Song deutlich, dem treibenden „From The Outside“: monotone Schlagzeugbeats, sich langsam entspinnende Synthieimprovisationen und hypnotische Bassläufe.

Camera © Lenny Gilmore

Camera © Lenny Gilmore

Camera- Radiate © Rovi

Camera – Radiate © Rovi

Während das Debüt „Radiate“ ein Resultat unzähliger  Studioimprovisationen war, ist „Remember I Was Carbon Dioxide“ aus vielen unterschiedlichen Sessions mit unterschiedlichen Musikern entstanden. Das merkt man den Songs an. Ob „Parhelion“, das an die melancholischen Klangwelten früher Mogwai-Songs erinnert oder das ausschließlich aus rhythmischen Elementen bestehende „4PM“, Camera schaffen es, mit ihren verschwommenen Synthiefiguren zwischen Krautrock, Postrock und 70er-Jahre-Psychedelic Momente des gemeinsamen Jammens einzufangen, ohne sich in selbstbezüglichen Endlosjams zu verlieren.

Hör doch mal rein!