Ugly Duckling

Ugly Duckling – Live Bericht

Das Trio Ugly Duckling aus Long Beach, Kalifornien, ist der Gegenentwurf zu allen HipHop-Stereotypen. Das einzige Bling-Bling, das man an der Bühne ausmachen kann, ist der goldene Ehering von Rapper Andy Cooper – und die übertriebene Goldkette, die DJ Young Einstein mit großer Zeremonie umgehängt wird. Ugly Duckling interessieren sich nicht für die Hochglanz-Fassade, die bei so vielen Rappern mangelndes Talent übertünchen soll. Selbstironisch bezeichnen sie sich selbst als das „Häßliche Entlein“ und konzentrieren sich lieber auf ihren Vortrag auf der Bühne – und der kann sich wirklich sehen lassen, wie sie gestern Abend im Waagenbau in Hamburg mal wieder bewiesen.

Zeilen fliegen hin und her wie bunte Luftschlangen als wollten sie demonstrieren wer mehr auf der Pfanne hat.

Der wandelnde Resonanzkörper Dizzy Dustin und Weißbrot Andy Cooper sind ein echtes MC-Traumpaar, das seit Jahren gut geölt seine Show abliefert. Technisch bewegen sich die beiden auf höchstem Level und auch dem Entertainment wird ein zentraler Platz eingeräumt. Zeilen fliegen hin und her wie bunte Luftschlangen und nicht selten hat man den Eindruck, sie wollen sich auch nach langer Zeit noch gegenseitig demonstrieren, wer eigentlich mehr auf der Pfanne hat . Young Einstein, der dank Ehrerbietung seitens seiner Kollegen vom Publikum wie ein Guru gefeiert wird, zaubert mit seinem Vinyl ohne Laptop-Pfuscherei. Schnelle Beats, tiefe Bässe und Latino-Rhythmen zischen nur so durch den Raum. Bis in die letzten Reihen wird gefeirt und supportet, was das Zeug hält. Die unprätentiöse, Rap-fokussierte Show von Ugly Duckling kommt an. Nach einer guten Stunde endet alles in einem beeindruckenden Hochgeschwindigkeitsfinale. Weniger Pose, mehr auf der Kette – so macht Live-HipHop richtig Spaß.


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