Heiterkeit 2512 by Alina Simmelbauer

Die Heiterkeit mit Monterey – Lieblingsalbum

Die ersten Monate des Musikjahrs 2014 förderten Erstaunliches in Sachen deutschsprachiger Musik zu Tage: Ja, Panik brachten mit „Libertatia“ die Zustände zum Tanzen, Die Nerven bockten nervös mit „Fun“ los und der Sampler „Keine Bewegung“ aus dem Hause Staatsakt versammelte zahlreiche Perlen von leidlich unbekannten Bands wie Trümmer oder Candelilla.

Das lakonische Sahnehäubchen sind aber die drei Damen von Die Heiterkeit mit ihrem zweiten Album „Monterey„. Auf dem Cover: Pferde. Im Köcher: So wunderbar dahin gebrummte Befindlichkeiten, Song gewordenes Kopfabwenden aus Abscheu und Es-hilft-ja-eh-nichts.

„Deine Partys sind furchtbar, es ist nicht zu fassen“

stellt Sängerin Stella Sommer im bereits auf der gleichnamigen EP erschienenen Stück „Daddy’s Girl“ fest. Der heimliche Hit des 4-Track-Appetizers aus dem vergangenen Jahr, „Big in Vienna“, hat es noch nicht einmal auf das reguläre Album geschafft. So viele gute Songs lauern bei den drei Damen, die die frühen Tocotronic feminisiert und die tollen Lassie Singers aktualisiert haben. Erhaben singt Stella Sommer auf dem Eröffnungsstück „Factory“ darüber, dass es jetzt an der Zeit für neue Lieder sei. Gute Idee. Und so schiebt sich das staubtrockene „Kalifornien“ an einen heran, „Auge“ ist ein emotionales Kleinod und „Wohin gehst du, Cary Grant?“ eine unsterbliche Frage, die für alle Liebessachen funktioniert. Das ist in seiner vollkommen übertriebenen Blasiertheit eine brillante Überzeichnung, dass man sie einfach lieben muss. Oder hassen, ganz klar. Dass es musikalisch nach wie vor rumpelt und scheppert, ist Charme pur und wer sich an mangelndem Taktgefühl stört, hat schon Pavement nicht verstanden und schreibt sonntags morgens Falschparker auf. In verrauchten Spelunken treibt er oder sie sich jedenfalls nicht rum, dort wo die Verschwender, die Fühler, die Taugenichtse und Eckensteher sich lümmeln und Die Heiterkeit aus den Boxen schallt. „Küss mich geschwind!“

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