Dave Grohl – SXSW

SXSW – hier spielt die Musik

Austin im US-Bundesstaat Texas gilt als die US-amerikanische Hauptstadt der Livemusik. In keiner anderen Stadt der USA findet sich eine vergleichbare Dichte an Musik-Clubs und Konzerten. Kein Wunder also, dass sich Jahr für Jahr in der texanischen Hauptstadt die Musikbranche zu einem der spannendsten und, gemessen an der Zahl seiner Bühnen, größten Festivals überhaupt trifft: dem „South by Southwest“. Anders als bei den meisten Festivals vereint das seit 1987 existierende „South by Southwest“ (oder kurz „SXSW„) Konzerte mit Konferenzen und Fachaustellungen.

Im vergangenen Jahr spielten auf dem „South by Southwest“ über 2.000 Musiker und Bands aus über 50 Ländern auf über 100 Bühnen in Bars, Clubs, Parks, Kirchen oder besonderen Orten der Stadt.

Insgesamt folgten über 25.000 Musikschaffende aus allen Bereichen den Ruf des „South by Southwest“, um dort potenzielle Geschäftspartner zu treffen, neueste Entwicklungen der Branche zu diskutieren oder nützliche Kontakte für ihre Netzwerke zu knüpfen. Die Gesamtbesucherzahl des „South by Southwest“ lag 2013 sogar bei etwa 300.000.

Denn auch die Bereiche Film („SXSW Film“), Comedy („SXSW Comedy“) und Internet/Multimedia („SXSW Interactive“) kommen auf dem „SXSW“ nicht zu kurz, werden mit zahlreichen Veranstaltungen bedacht und erfreuen sich stetiger Beliebtheit. Das „SXSW Film“ bietet vor allem neuen Regietalenten eine Plattform, um ihre Filme einem größeren Publikum zu präsentieren. Ähnlich läuft es beim „SXSW Comedy“, bei dem seit 2008 Comedians aus den Bereichen Stand-up, Sketch und Impro in verschiedenen Clubs Austins auftreten. Das „SXSW Interactive“ (ehemals „SXSW Multimedia“) hat bereits 20 Jahre auf dem Buckel und mauserte sich zu einem der größten und wichtigsten Treffen für „Digital Creatives“.

Im Fokus des „SXSW Interactive“ liegen sämtliche Bereiche der digitalen Welt – von Marketing, Consulting und Web-Entwicklung über Social-Media, E-Commerce und Bildung bis hin zu Multimedia und Interface-Design. Hier wurde 2007 ein neuer Kurznachrichtendienst namens „Twitter“ erstmals einem breiten Publikum vorgestellt. Ein Jahr später gab sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg die Ehre. Mit dem „SXSW edu“, das vor dem eigentlichen „South by Southwest“ stattfindet, und dem „SXSW v2v Las Vegas“ in der Glitzermetropole Nevadas hat das „SXSW Interactive“ mittlerweile sogar zwei Ableger.

Bei all den verschiedenen Events auf dem „South by Southwest“ steht jedoch nach wie vor die Musik im Vordergrund. Das wird auch dadurch klar, dass in den vergangenen Jahren hier namhafte Bands und Musiker wie The White Stripes, The Strokes, Norah Jones oder The Darkness ihren Durchbruch feierten. Natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder neue und/oder spannende Acts im riesigen Line-up, auf die man definitiv ein Auge werfen sollte.

Da wären allen voran die Briten London Grammar, die jüngst ihr Debütalbum „If You Wait“ veröffentlichten und mit ihrem wunderschönen Downbeat-Pop Fans und Kritiker gleichermaßen verzauberten. Auch mit dabei sind die mystischen Ladys von Warpaint. Das gleichnamige zweite Album der experimentellen Psychedelic-Rockerinnen erschien erst im vergangenen Monat. Aber auch alte Hase aus dem Business kommen auf dem „South by Southwest“ nicht zu kurz – die kann man sich schließlich immer wieder anschauen. Die Nas-Gattin und HipHip-Queen Kelis etwa. Oder aber den Electropop-Pionier Gary Numan.

Am spannendsten ist es aber nach wie vor, auf dem „South by Southwest“ seine neue Lieblingsband zu entdecken. 

Mögliche Kandidaten für diesen Titel sind in diesem Jahr zum Beispiel Mozes and the Firstborn aus den Niederlanden. Die vier spielen rotzigen Garagenrock, der aber dennoch charmant und eingängig ist. Auch spannend: das britische Brüderpaar Eoin und Rory Loveless alias Drenge. Ihren wuchtigen Post-Grunge spielten sie bereits auf einigen großen Festivals in Großbritannien sowie in der äußerst sehenswerten TV-Musikshow „Later… with Jools Holland“. Zu guter Letzt sei noch die norwegische Band Atlanter erwähnt, die barocken Psychedelic-Rock spielt. Der „NME“ befand das Ganze schon für ziemlich gut und ordnete ihre Musik irgendwo zwischen Grizzly Bear und Traffic ein.

Natürlich sind diese drei beziehungsweise sieben Acts nur ein Bruchteil dessen, was es auf dem diesjährigen „South by Southwest“ zu sehen und zu entdecken gibt. Wer es aus Kosten- oder Zeitgründen nicht nach Texas schaffen sollte, der kann alternativ auch in Europa bleiben und beispielsweise das „SPOT“-Festival im dänischen Aarhus, das „Reeperbahn Festival“ in Hamburg oder im kommenden Jahr das „Eurosonic Noorderslag“ im niederländischen Groningen einen Besuch abstatten. Alle drei Festivals bieten ein ähnlich vielseitiges und spannendes Konzept wie der große Bruder aus Übersee.

„South by Southwest“, 7. bis 16. März 2014, Austin, Texas.

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